Fußfessel und Co.

Türkei mit Austro-Methoden gegen häusliche Gewalt

Ausland
05.08.2011 16:45
Bei der Bekämpfung der weitverbreiteten Gewalt gegen Frauen in der Türkei will sich die Regierung in Ankara die Methoden Österreichs zum Vorbild nehmen. So soll etwa ähnlich wie hierzulande künftig eine Mischung aus hohen Strafandrohungen und Hilfsmitteln wie elektronischen Fußfesseln für Gewalttäter zur Anwendung kommen.

Die Wahl des türkischen Justizministeriums auf österreichische Methoden fiel nach Informationsreisen von Experten durch Großbritannien, Spanien, Deutschland und Österreich, berichtete die Zeitung "Today's Zaman" in ihrer Onlineausgabe.

Fußfesseln und Panik-Knöpfe
Besonders positiv hervorgehoben wurden dabei Österreichs strenge Gesetze zur Kontrolle von Gewalttätern, die von der türkischen Regierung künftig übernommen werden sollen. Frauenministerin Fatma Sahin hatte erst kürzlich neue Verordnungen bezüglich der Gewalt gegen Frauen angekündigt. Auch die Politikerin bezog sich dabei unter anderem auf die Erfahrungen in Österreich.

Zudem sollen elektronische Fußfesseln sowie drahtlose Panik-Knöpfe zur Alarmierung der Polizei bei einer akuten Bedrohung angewendet werden. Österreich habe auf diesem Gebiet bereits anderen Ländern als Vorbild gedient, hieß es aus dem Ministerium. Der Zuschlag zur Produktion eines elektronischen Überwachungssystem soll eine US-Firma erhalten haben, berichtet die Zeitung.

130 Frauen seit Jahresbeginn getötet
Die Türkei verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Anstieg bei den Fällen von Gewalt gegen Frauen. Nach Zählung einer Frauenrechtsgruppe wurden in der Türkei in den ersten sechs Monaten des Jahres 130 Frauen von Ehemännern, Lebensgefährten oder ehemaligen Partnern getötet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
05.08.2011 16:45
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung