05.08.2022 13:17 |

Spannungen mit Kosovo

Serbischer Präsident betont friedliche Absichten

Nach den Blockaden der serbisch-kosovarischen Grenze durch militante Serben hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic jetzt die friedlichen Absichten seines Landes bekräftigt. Frieden „fast um jeden Preis“ bleibe die Politik, sagte er am Donnerstagabend.

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Dabei nahm er an einer Kundgebung anlässlich des 27. Jahrestags der kroatischen Militäroperation „Sturm“ (Oluja) teil. Bei dieser Operation war die separatistische „Republik Serbische Krajina“ zurückerobert worden. Der Jahrestag wird in Kroatien als Nationalfeiertag begangen, sorgt seit dem Kriegsende 1995 jedoch alljährlich für erhöhte Spannungen zwischen Belgrad und Zagreb.

Diesmal wird der Jahrestag in Serbien durch die jüngsten Spannungen im Norden des Kosovo überschattet. Am Wochenende protestierten ansässige Serben und Serbinnen gegen eine Verschärfung der kosovarischen Einreiseregeln, die Anfang August hätten in Kraft treten sollen, schließlich aber um ein Monat verschoben wurden. Zudem hätten Autokennzeichen durch solche der Republik Kosovo ersetzt werden sollen. Die Ursache des Streits liegt in der ungeklärten Grenzfrage. So hatte sich der Kosovo 2008 für unabhängig von Serbien erklärt, die Regierung sieht es aber nur als Provinz Serbiens an. 

Vucic: Werde mit allen reden“
Belgrad wirft dem kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti jetzt vor, mit einseitigen Akten einen Krieg provozieren zu wollen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic setzt laut eigener Aussage hingegen auf Frieden „fast um jeden Preis“. Das Land träume weder von Rache noch von Grenzänderungen. Er werde alles tun und mit allen reden, versprach er. Um an den gegenseitigen Beziehungen zu arbeiten, werden Vucic und Kurti am 18. August an einem Treffen in Brüssel teilnehmen.

Die Operation „Sturm“ ist für Serbien traumatisch. Insgesamt sollen etwa 200.000 Bewohner serbischer Abstammung vertrieben worden sein. 1800 Menschen kamen ums Leben, 1183 gelten weiterhin als vermisst. Serbiens Regierung hat eingeräumt, dass damals auch Kriegsverbrechen begangen worden seien. Mehrere Verantwortliche wurden vor das Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal gestellt.

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