Familien ahnungslos
Britische Polizei behielt Körperteile von Mordopfern ein
Die ersten Untersuchungsergebnisse lieferte die Polizei von Avon und Somerset, die in sechs Monaten über 1.079 Fälle überprüfte. Dabei kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass in den vergangenen 25 Jahren Organe und Gewebe von rund 110 Menschen aus Ermittlungsgründen aufbewahrt wurden, ohne dass die Familien der Toten davon gewusst haben.
Familien mittlerweile informiert
Es sei ihre Pflicht, Material von Obduktionen zurückzuhalten, falls dies zur Klärung des Todesfalles nötig sei, so die Begründung der Polizei. Untersuchungen durch Experten könnten sehr lange dauern, außerdem sei es im Fall eines Gerichtsprozesses wichtig, Beweismaterial aufzubewahren.
In den letzten paar Wochen besuchten in Avon und Somerset speziell für Familienangelegenheiten ausgebildete Verbindungsbeamte die betroffenen Familien, um sie über die Situation zu informieren und mögliche Fragen zu beantworten. Die meisten hätten sich dankbar für die Vorgehensweise der Behörden in dieser sensiblen Angelegenheit gezeigt, so die Polizei. Mittlerweile seien alle Angehörigen informiert.
Verpflichtung zur Information erst seit 2006
Die Vereinigung leitender britischer Polizeibeamter (Acpo) hatte eine Untersuchung im ganzen Land angeordnet. Aus anderen Teilen des Landes wartet man derzeit noch auf die Ergebnisse. Vor einer Gesetzesänderung im Jahr 2006 war die Polizei im Vereinigten Königreich nicht verpflichtet, Angehörige zu informieren, falls einer Leiche Körperteile entnommen wurden.
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