Die Kehrseite der Medaille ist, dass Amazon zum wiederholten Male einen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Denn die Aktionen gehen mächtig ins Geld: Seien es nun Sonderangebote wie das neueste Lady-Gaga-Album für 99 US-Cent, der Ausbau der Logistikzentren oder der Vorstoß in ganz neue Geschäftsbereiche. Der Gewinn fiel in der Folge um acht Prozent auf unterm Strich 191 Millionen Dollar.
Amazon bleibt damit seiner Linie treu: Der Händler versucht, mit allen Mitteln Marktanteile hinzuzugewinnen und Konkurrenten wie eBay auszustechen - und opfert dafür seine Profitabilität. Unter Experten ist umstritten, ob die Rechnung am Ende aufgeht. Zumindest dieses Mal übertraf Amazon die Erwartungen der Analysten und die Aktie stieg nachbörslich um mehr als sechs Prozent.
Für das laufende Quartal sagt Amazon voraus, im besten Falle die Umsatzmarke von elf Milliarden zu knacken - und dabei schlimmstenfalls nur noch einen Minimalgewinn von unterm Strich 20 Millionen Dollar zu erwirtschaften.
Amazon ist mit Büchern und CDs groß geworden und verkauft mittlerweile nahezu alles vom Fernseher bis zum Herrenanzug. Besonders die neuen Bereiche wuchsen zuletzt rasant. Der Konzern betreibt überdies Webhosting, bietet Filme im Onlineverleih an und vertreibt Apps für die boomenden Android-Smartphones. Eines der jüngsten Kinder ist ein Cloud-Musikdienst, bei dem Songs zentral auf Internetrechnern gespeichert werden und jederzeit abrufbar sind.
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