Der parkende Transporter fiel am Sonntag um 1.35 Uhr einem Wiener im Bezirk Meidling auf, der die Polizei alarmierte. Roman Hahslinger, Pressesprecher der Wiener Polizei: "Wir haben Nachschau gehalten und die Feuerwehr geholt. Sie befreite die Tiere, die zum Teil übereinander lagen." Nur zehn Tiere hatten gültige Papiere, einige Kitze waren verletzt. "Der Verkäufer ist aus dem Raum Innsbruck", so der Sprecher weiter, "der Käufer ein Bulgare." Der schwarze Klein-Lkw sei mit zwei Männern besetzt gewesen.
"Verängstigt, dehydriert und einige hatten Schürfwunden"
Der Wiener Tierschutzverein nahm die 15 Sika-Hirsche bei sich auf und betreut sie medizinisch. Alexander Willer im Gespräch mit der "Krone": "Die Tiere wurden bei vollem Bewusstsein transportiert. Sie waren stark verängstigt, dehydriert und einige hatten Schürfwunden. Wir sind überzeugt, dass sie in Bulgarien in einem Jagdgatter ausgesetzt und zum Abschuss für Trophäenjäger freigegeben worden wären."
Wie es nun weitergehen soll, weiß Willer nicht: "Die Gesetzeslage ist äußerst schwammig. Sie ist schon bei Nutztieren, deren Herkunft genau nachverfolgt werden kann, unbefriedigend. Für Wildtiere ist es schlimmer. Es kann sein, dass die Hirsche nicht in Tirol gezüchtet wurden, sondern nur Handelsware sind." Madeleine Petrovic, Chefin des Wiener Tierschutzhauses, zeigte sich ebenfalls empört: "Die Schlepperei mit Wildtieren blüht."
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