Athen bleibt hart
Französisches Boot der Gaza-Flotte vor Kreta gestoppt
Die griechischen Behörden würden dem Schiff mit dem beliebten Linkspolitiker und früheren trotzkistischen Präsidentschaftskandidaten Olivier Besancenot an Bord nun "unter dem Vorwand von Verwaltungsvorschriften" verbieten, in Richtung Gazastreifen in See zu stechen, sagte eine Sprecherin des Organisationsteams. Die griechische Hafenpolizei bestätigte den Stopp der "Dignité al Karama". Das Boot werde derzeit kontrolliert, hieß es.
Das Boot mit zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord gehört nach eigenen Angaben zur internationalen Gaza-Hilfsflotte, deren weitere neun Schiffe wegen eines Verbots der griechischen Behörden in den Häfen des Landes liegen. Die Organisatoren hatten am Dienstag erklärt, die "Dignité al Karama" habe griechische Gewässer verlassen und sei auf dem Weg in den Gazastreifen.
Die griechischen Behörden begründen ihr Vorgehen, die Aktivisten nicht auslaufen zu lassen, mit der Drohung Israels, die Schiffe notfalls mit Gewalt zu stoppen. Vor über einem Jahr waren bei einer Kommandoaktion der israelischen Eliteeinheit Shayetet 13 gegen eine Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern acht türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten und ein türkisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes "Mavi Marmara" getötet worden.
Israel versetzt Flughafen in Alarmbereitschaft
Indes hat Israel am Donnerstag seinen internationalen Flughafen "Ben Gurion" bei Tel Aviv wegen der bevorstehenden Ankunft von Hunderten pro-palästinensischen Solidaritätsaktivisten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Ab 21 Uhr MESZ würden Hunderte von Polizisten im Einsatz sein, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Alle Einreisenden müssen dann bis Freitagabend mit längeren Wartezeiten, schärferen Kontrollen und ausführlichen Befragungen direkt nach der Landung rechnen.
Die pro-palästinensischen Aktivisten wollen eine Woche lang im Westjordanland verbringen und ihre Solidarität mit den Palästinensern demonstrieren. Die israelischen Sicherheitskräfte rechnen damit, dass Aktivisten auch an Demonstrationen gegen Israel teilnehmen. Innenminister Yitzhak Aharanovich sprach von "Extremisten und Hooligans", die die öffentliche Ordnung stören wollten. In israelischen Medien ist inzwischen schon von der "Flightille" die Rede und nicht mehr von der Flottille.
Rosenfeld rechnet mit der Ankunft von rund 500 Männern und Frauen - darunter auch Aktivisten aus Österreich. Insgesamt werden bis zum Freitagabend nach israelischen Medienberichten über 20.000 Fluggäste erwartet. Die Polizisten hätten die Anweisung erhalten, mit "Entschiedenheit und der gebotenen Zurückhaltung" einzugreifen und Verursacher von Unruhen festzunehmen, hieß es. Eingesetzt werden auch Eliteeinheiten, die im Fall von Attentaten eingreifen können.
Israel hat nach einem Bericht der Zeitung "Haaretz" von allen Fluggesellschaften verlangt, die Passagierlisten 48 Stunden vor dem Start zu übergeben. Israelisches Sicherheitspersonal auf europäischen Flughäfen sei angewiesen worden, Informationen über mögliche verdächtige Passagiere einzuholen. Diese würden noch vor der Passkontrolle festgenommen und in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
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