Kritik an Dienstreise

Wohlfahrt besucht Burschen in US-Erziehungsanstalt

Burgenland
07.07.2011 07:59
Telefon, E-Mail, Internet – es gibt viele Möglichkeiten, um sich über das Befinden zweier Burschen, die nach Straftaten von Eisenstadt nach Amerika geschickt wurden, zu informieren. Doch dem zuständigen Magistrat war das wohl zu unpersönlich. Ein Mitarbeiter der Jugendwohlfahrt wurde auf Dienstreise geschickt.

Die moderne Technik erlaubt es uns mittlerweile, vom Schreibtisch aus – Stichwort Internet – bis in die hintersten Winkel der Welt zu schauen. In der Landesmetropole hinkt man der Zeit aber anscheinend hinterher: Dort entsandte die Jugendwohlfahrt vor Kurzem einen Mitarbeiter in die USA, um zwei Eisenstädter Jugendliche in einer Erziehungsanstalt zu besuchen.

Kinder drangsaliert: In US-Erziehungsanstalt geschickt
Einer der Burschen war 2010 ins Visier der Ermittler geraten. Der mittlerweile 15-Jährige hatte über Wochen hinweg Kinder drangsaliert. Nach der Verurteilung wurde der Jugendliche in ein US-Internat für Schwererziehbare geschickt. Ein Grund dafür: Österreichische Heime wollten den Straftäter nicht aufnehmen.

Um eben diesen Burschen und einen zweiten kriminellen Schüler zu besuchen, flog der Magistratsmitarbeiter nun nach Amerika. FP-Landessekretär Géza Molnár ist empört: "Hätte man sich nicht auch telefonisch oder schriftlich nach den Jugendlichen erkunden können? Schließlich gibt es in Eisenstadt genug zu tun." Die Antwort von VP-Stadtchefin Andrea Fraunschiel: "Das Magistrat hat die Obsorge für die Burschen. Wir müssen uns auch um sie kümmern." Und: Der Mitarbeiter habe nur einen Arbeitstag gefehlt. Die Reise wurde vom Land finanziert.

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