IKG erstattet Anzeige

“Aula” soll gegen Verbotsgesetz verstoßen haben

Österreich
30.06.2011 12:03
Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) wittert in einem Artikel der Zeitschrift "Aula" rechtsextreme Hetze: In der aktuellen Ausgabe des Magazins - das vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuften wird - würden KZ-Überlebende als "Kriminelle" und nach ihrer Befreiung als "Landplage" bezeichnet, hieß es am Donnerstag. Die IKG sieht darin einen "eindeutigen Verstoß gegen das Verbotsgesetz" und hat deshalb rechtliche Schritte eingeleitet.

Die Literatin Ruth Klüger, die für die Holocaustüberlebenden am Gedenktag gegen Rassismus im Parlament sprach, werde "auf verabscheuungswürdige Weise verhöhnt", so die IKG. Sie werde der Lüge bezichtigt und ihr Schicksal verharmlost. "Mittels angeführter zweifelhafter Beweise wird die Existenz von Krematorien geleugnet und Zeitzeugen, die davon berichteten, mehrfach unterstellt, nicht die Wahrheit gesagt zu haben." Der Autor des Artikels gehe sogar soweit, "das Schicksal von Anne Frank dahingehend zu verharmlosen, dass sie lediglich als das Opfer einer Typhus-Epidemie dargestellt wird".

Wiederbetätigung darf nicht hingenommen werden
Abgesehen von den rechtlichen Schritten appelliere die IKG "an alle politischen, zivilen und behördlichen Kräfte in Österreich, gegen diese Form der Wiederbetätigung aufzutreten".

"So etwas Widerliches kenne ich bisher nur aus Nazi-Publikationen", meinte der grüne Abgeordnete Karl Öllinger in einer Aussendung. "Hier sind jetzt die Herren Heinz-Christian Strache und Graf gefordert, sich von dieser Schmiererei zu distanzieren. Immerhin ist der Hetztext in der Zeitschrift der Freiheitlichen Akamdemikerverbände, also dem Burschenschafterorgan, veröffentlicht worden."

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