Drama in Vorarlberg

Tödlicher Ehestreit: U-Haft für Gatten beantragt

Vorarlberg
30.06.2011 16:35
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat einen Antrag auf Untersuchungshaft für den 30-jährigen Tatverdächtigen gestellt, der in der Nacht auf Montag in Nüziders (Bezirk Bludenz) seine 27 Jahre alte Ehefrau getötet haben soll. Das berichtete am Donnerstag ORF Radio Vorarlberg unter Berufung auf Wilfried Siegele, den Leitenden Feldkircher Staatsanwalt. Die Ehefrau habe mit den schweren Verletzungen des 30-Jährigen nichts zu tun gehabt, so Siegele, das habe die Obduktion ergeben.

Der Tatverdächtige konnte am Mittwoch erstmals kurz einvernommen werden. Einen Kommentar zum Inhalt der Befragung gab Siegele aber nicht ab. Zuvor hatte bereits Chefermittler Peter Stadler eine diesbezügliche Stellungnahme abgelehnt.

Fünfjähriger Sohn als einziger Zeuge
In wenigen Wochen hätten Michael und Jasmin W. ihren ersten Jahrestag nach der Hochzeit gefeiert – doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Vor den Augen seines Stiefsohnes soll der 30-Jährige die junge Mutter erwürgt haben. Das fünfjährige Kind gilt jetzt als wichtigster Zeuge in dem Mordfall. "Der Michael blutet und meine Mama schläft" – das soll das Einzige gewesen, was der fünfjährige Elias der Polizei erzählt hat. Neben dem Mord an seiner Mutter war der Bub wahrscheinlich auch dabei, als sich der 30-jährige Bauarbeiter nach der Tat ein kleines Küchenmesser in den Körper rammte – der Täter liegt schwer verletzt im Spital.

"Ordentliche kleine Familie"
Die bisher durchgeführten Befragungen bei Angehörigen und in der Nachbarschaft brachten zutage, dass das seit einem dreiviertel Jahr verheiratete Paar zwar immer wieder in Streit geriet, zu tätlicher Gewalt sei es dabei aber nicht gekommen. Stadler hatte bei einer Pressekonferenz am Montag auf Basis der Befragungen von einer "ordentlichen kleinen Familie" gesprochen.

Mutter von Ermordeter alarmierte Polizei
Die Mutter der getöten Frau hatte am Montag in den Morgenstunden die Polizei gerufen, nachdem sie ihre Tochter gegen 7.30 Uhr telefonisch nicht erreichen konnte und weil ihr die Tür nicht aufgemacht wurde. Bei der darauffolgenden Nachschau durch die Polizei öffnete der schwer verletzte Mann dann noch selbst die Türe. Er war kurz ansprechbar, wurde dann aber bewusstlos. Der 30-Jährige wurde mit dem Hubschrauber ins Spital geflogen.

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