„Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist“, sagte Norbert Hofer im Bundespräsidentschaftswahlkampf 2016. Das trifft auch angesichts der Affäre rund um den ÖVP-Wirtschaftsbund in Vorarlberg hundertprozentig zu. Was da alles möglich war: zinsfreie Darlehen, ein Auto sowie eine Lebensversicherung für die Direktoren, Direktzahlungen und ein unglaubliches Chaos bei den Belegen, dazu fragwürdige Inseratenpraktiken und nicht bezahlte Steuern.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Politik oder politiknahe Organisationen zum Selbstbedienungsladen wurden. Und noch immer wundert man sich, was alles möglich ist und wie ungeniert zugegriffen wird. Bei der Sondersitzung des Vorarlberger Landtags räumte Wirtschaftslandesrat Marco Tittler ein, dass Kaffee und Süßes in seinem Büro vom Wirtschaftsbund gezahlt wurden. Er sagte dies so, als sei es das Normalste und Selbstverständlichste der Welt.
Fliegt das korrupte System dann doch auf, beginnt automatisch ein offenbar bestens verinnerlichtes Vorgehen - die Salamitaktik. Immer nur so viel zugeben, wie gerade notwendig, weil die Bewiese schon auf dem Tisch liegen. Zwischen jeder Scheibe Salami lautet das Motto: tarnen, täuschen, abputzen und das Unschuldslamm spielen.
Und wieder wundert man sich. Über die angebliche Ahnungslosigkeit, über das Schweigen der Parteispitze, über die Verbiegungskünste der Vorarlberger Grünen und auch über den mangelnden Aufklärungswillen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.