26.04.2022 14:55 |

Ausgaben verdoppelt

Huawei: Mit Innovationsoffensive gegen Sanktionen

Der chinesische Telekomriese Huawei investiert deutlich in Forschung und Entwicklung, um den Auswirkungen der US-Sanktionen zu begegnen. „Wir glauben, dass wir nur durch Non-Stop-Innovation am Ball bleiben können“, sagte der Vorsitzende Ken Hu am Dienstag auf einem Treffen mit Analysten im südchinesischen Shenzhen. „Wir machen sehr starke Investitionen in Forschung und Entwicklung.“

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Nach dem Umsatzeinbruch 2021 stehe der Technologiekonzern in diesem Jahr vor „noch größeren Herausforderungen“. Hu nannte das externe Umfeld, geopolitische Konflikte, die Corona-Pandemie, potenzielle globale Inflation und Wechselkursschwankungen. Er kritisierte die Sanktionen der USA, die Huawei das Leben schwer machen.

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Huawei verhängt und dem Konzern den Zugang zu Chips aus internationaler Produktion gekappt, was vor allem das Smartphone-Geschäft belastet. Die USA werfen Huawei enge Verbindungen zu chinesischen Behörden vor und warnen vor einer Gefahr von Spionage und Sabotage. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

„Wegen der unberechtigten Sanktionen gegen Huawei haben wir Schwierigkeiten, an bestimmte fortschrittliche Komponenten heranzukommen“, sagte Hu. „Deswegen sind wir nicht in der Lage, eine führende Position in bestimmten Technologien zu wahren.“ Der Konzern bleibe aber nicht stehen, sondern konzentriere sich auf Entwicklungen in Systemtechnik, Konnektivität, Rechenleistung und Cloud-Technik. Auch wolle Huawei in der Autoindustrie eine größere Rolle spielen.

Forschungsausgaben binnen fünf Jahren fast verdoppelt
In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern seine jährlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf zuletzt 142 Milliarden Yuan (20 Mrd. Euro) fast verdoppelt. Das sind 22,4 Prozent seines Umsatzes. Damit steht Huawei weltweit in der Spitzengruppe. Mit 107.000 Mitarbeitern arbeite die Hälfte in Forschung und Entwicklung, berichtete Huawei.

Der Umsatzanteil der Investitionen in Innovation ist nach Angaben der Agentur Bloomberg bei Huawei fast doppelt so hoch ist wie bei der Google-Mutter Alphabet oder mehr als dreimal so viel wie bei Apple. „Alles, was wir uns heute vorstellen, ist wahrscheinlich viel zu konservativ und zu wenig für die Zukunft“, sagte Zhou Hong, Direktor des Huawei-Instituts für Forschung auf dem Analystentreffen. „Wir müssen der Zukunft mit kühnen Hypothesen und kühnen Vision begegnen und Vorsicht in den Wind schreiben.“

Huawei musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang um 28,6 Prozent auf rund 636,8 Milliarden Yuan verkraften. Als Gründe wurden die US-Sanktionen, die Pandemie und der Wegfall des Geschäfts durch den zuvor abgeschlossenen Ausbau des 5G-Netzwerkes in China genannt. Allerdings stieg der Gewinn um fast 76 Prozent auf rund 113,7 Milliarden Yuan.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 18. Mai 2022
Wetter Symbol