RH drängt auf Reformen

Kritik an Ärztekammer: Provokation statt Lösung

Steiermark
13.12.2025 07:00

Provokation statt echter Lösungen: Die jüngste Kampagne der steirischen Ärztekammer schlägt hohe Wellen und sorgt innerhalb wie außerhalb der Standesvertretung für Kritik. Parallel schlägt der Rechnungshof Alarm und pocht auf längst überfällige Reformen: „Gegenseitige Blockaden bringen nichts!“

Eine PR-Aktion der steirischen Ärztekammer mit Präsident Michael Sacherer an der Spitze löst derzeit bei einigen Mitgliedern akute Kopfschmerzen aus. Auf Plakaten und in Inseraten wird behauptet, dass nur 15 Prozent der ÖGK-Ausgaben in ärztliche Kassenleistungen fließen würden – verbunden mit der provokanten Frage: „Wofür wird der Rest verwendet?“

„Geschmacklos, populistisch“
Kritik kommt dafür vor allem aus den eigenen Reihen. Zahlreiche steirische Mediziner sprechen – teilweise auch offen – von einem „geschmacklosen, populistischen“ Auftritt, der mehr spalte als zur Lösung beitrage. Und dann ist da noch die Kostenfrage, die so manchen irritiert: Schließlich werden Kampagnen wie diese über die Zwangsmitgliedschaft und Beiträge aller Ärzte finanziert.

Die ÖGK hält dem übrigens entgegen, dass 98 Prozent des Budgets in Leistungen fließen – vor allem an Spitäler, (Wahl-)Ärzte und Medikamente, und nur zwei Prozent in die Verwaltung.

Zitat Icon

Es müssen die notwendigen Leistungen von der Versicherung österreichweit einheitlich angeboten und abgegolten werden.

RH-Präsidentin Margit Kraker

Wahlarztkosten enorm gestiegen
„Gegenseitige Blockaden bringen gar nichts, denn es geht um das Ziel“, mahnte dazu passend am Freitag die Steirerin Margit Kraker in ihrer Funktion als Präsidentin des Bundesrechnungshofes. Der druckfrische Bericht zur „Ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich 2018 bis 2023“ macht das Ausmaß des Problems, vor dem das österreichische Gesundheitswesen mittlerweile steht, auf 144 Seiten eindrucksvoll sichtbar.

Demnach wären etwa die Wahlarztkosten zuletzt „enorm gestiegen“, Reserven der Österreichischen Gesundheitskasse mittlerweile „praktisch aufgebraucht“. „Bisher konnten weder die Versorgungsziele des Österreichischen Strukturplans Gesundheit eingehalten noch ausgeglichene Finanzen erreicht werden“, so das ernüchterte Fazit.

RH will einheitlichen Gesamtvertrag
Der RH empfiehlt unter anderem einen bundesweit einheitlichen Gesamtvertrag für alle ÖGK-Ärzte – auf die Zustimmung der einzelnen Landesärztekammern solle man dabei verzichten ...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt