Einig war sich die EU: Ja, es müsse weitere Sanktionen gegen Russland geben, ein Stopp für deren Kohlelieferungen zählt dazu. Schließlich geht es um die Verteidigung „unserer Werte“.
Der Applaus war groß, es dauerte nur kurz, bis auch ein Stopp für die Gaslieferungen aus Russland in die EU verlangt wurde. Aufs erste klingt das verständlich: Wer die entsetzlichen Bilder der Kriegsverbrechen, begangen in der Ukraine von russischen Soldaten, gesehen hat, wird emotionell auch für schärfste Maßnahmen sein.
Aber trotz aller Kriegsangst und Hassgefühle: Österreich ist nicht in der Position der Stärke, so einen Gas-Stopp zu verfügen. Ganz im Gegenteil: Wir sind innerhalb der EU das verletzlichste Land, was das betrifft: Rund 60 Jahre haben wir von preiswerten Lieferungen profitiert (die auch unseren Wohlstand wachsen ließen), ein genereller EU-Importstopp für Gas wäre für unser Land fatal.
Rund einen Monat lang könnten wir noch weiterwursteln, was aber dann kommt wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Nach Covid und Lieferketten-Problemen samt Inflationsschub würden wir total abstürzen, mit über zwei Millionen gefährdeter Jobs. Das hält kein Land wie Österreich aus.
Daher stellt sich die berechtigte Frage: Wer managt bei uns diese Krise? Der Kanzler (aus Kiew?), die „Energie“ministerin (mit Windrädern?), die Sozialpartner (wenn man sie lässt)?
Wir brauchen eine kompetente Krisenzentrale , die alle Alternativen prüft und entwickelt. Raus aus dem Russen-Gas, das braucht Jahre! Alles andere sind gefährliche ideologische Träumereien . . .
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