Einsatz bestätigt
Erstmals NATO-Kampfhubschrauber in Libyen
Nach einem Bericht des britischen Senders BBC wurden von britischen Apache-Kampfhubschraubern und französischen Gazelle-Helikoptern mehrere Objekte in Libyen attackiert. Zwei Ziele in der Nähe der ostlibyschen Stadt Al-Brega seien zerstört worden, darunter eine Radaranlage.
Der Kommandant der NATO-Operation, Generalleutnant Charles Bouchard, sagte in der Erklärung, die Allianz werde diese Hubschrauber ensetzen, wann immer und wo immer es nötig sei. Der erfolgreiche Einsatz zeige die einzigartigen Fähigkeiten der Kampfhubschrauber.
Bisher nur Kampfflugzeuge und Marschflugkörper im Einsatz
Bisher waren bei der Militäraktion über libyschem Gebiet nur Kampfflugzeuge und Marschflugkörper eingesetzt worden. Großbritannien und Frankreich hatten erst kürzlich angekündigt, mit Kampfhubschraubern den Druck auf Machthaber Muammar al-Gadafi erhöhen zu wollen. Sie versprechen sich nach eigenem Bekunden präzisere Schläge gegen Gadafi-Truppen, als dies mit den höher fliegenden Kampfjets möglich ist. Militärexperten sehen allerdings auch ein erhöhtes Risiko, dass die NATO erstmals seit Beginn ihrer Kampagne im März selbst Opfer erleiden könnte, da die Hubschrauber deutlich anfälliger für einen Beschuss vom Boden sind.
Britischer Kampfhubschrauber über Libyen beschossen
Gleich beim ersten Einsatz wurde ein britischer Kampfhubschrauber von Truppen des Regimes beschossen. Der Helikopter sei nach diesem Zwischenfall aber sicher auf das Kriegsschiff "HMS Ocean" zurückgekehrt, sagte Generalmajor Nick Pope vom britischen Verteidigungsministerium am Samstag.
Die NATO fliegt seit Mitte März fast täglich Einsätze gegen Ziele in Libyen. Nach einer Sitzung des NATO-Rats in Brüssel hatte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch bekanntgegeben, dass das Bündnis den Einsatz in Libyen um drei Monate bis Ende September verlängern werde. In dem Konflikt kamen seit Mitte Februar nach UNO-Angaben zwischen 10.000 und 15.000 Menschen ums Leben.
Britischer Außenminister sagt Rebellen weitere Hilfen zu
Unterdessen hat der britische Außenminister William Hague den Rebellen weitere Hilfen im Kampf gegen das Gadafi-Regime versprochen. "Wir werden unseren wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Druck weiter steigern, Gadafi muss sofort gehen", sagte Hague am Samstag nach Gesprächen mit dem Präsidenten des Übergangsrates der libyschen Rebellen, Mustafa Abdul Jalil, in deren Hochburg Benghazi. Den Übergangsrat bezeichnete er als "legitimen Repräsentanten des libyschen Volks".
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