Das Gas-Dilemma: Bis 2027 will die EU vom russischen Gas unabhängig werden, wurde verkündet. Für Österreich klingt das nach einer gefährlichen Drohung. Denn um auf die Importe aus Russland verzichten zu können, müssten wir 150 Donaukraftwerke bauen oder alternativ 8000 neue Windräder aufstellen und dazu das ganze Burgenland mit Fotovoltaik-Anlagen zupflastern. Ganz abgesehen davon braucht man immer (Gas-)Kraftwerke, die man dazuschalten muss, wenn zu wenig Wind bläst oder die Sonne nicht scheint.
Transport-Problem: Wenig bekannt ist, dass Österreich ein großes Transitland für Gas ist, das bei uns durchfließt und dann weiter nach Deutschland, Italien oder Frankreich geht. Einer der größten Speicher steht in Haidach (OÖ), an ihm ist auch die Gazprom beteiligt. Blöderweise ist dieser (und andere auch!) nicht einmal mit dem heimischen Gasnetz verbunden, weil er nur für den Transit gedacht ist. Auch der Transport von Flüssiggas (LNG) zu uns ist schwierig, weil man dazu ein Terminal am Meer braucht, wo es „regasifiziert“ wird, damit es in eine Pipeline passt.
Nabucco-Ende: Jahrelang wurde geplant, eine Gas-Pipeline von Aserbeidschan über die Türkei bis nach Österreich zu bauen („Nabucco“). Die könnte man jetzt gut gebrauchen. Doch nicht zuletzt das Lobbying der „Russen-Freunde“ in der EU sorgte dafür, dass Nabucco 2012 zu Grabe getragen wurde. Dafür hat man Nord Stream 2 gebaut, die vielleicht nie in Betrieb gehen wird.
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