Vom Gemeinderat gewählt, stellt sich Herbert Mayer in Landeck nun dem Volksvotum. Der Wahlfavorit über Vorhaben, Wohnen und das Ärzteproblem.
„Krone“: Herr Mayer, Sie sind nun seit über einem Jahr Bürgermeister von Landeck. Wie war diese recht lange Eingewöhnungszeit für Sie?
Herbert Mayer: Meine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und das Zusammenwirken innerhalb der Fraktion haben mir sehr geholfen. Insgesamt war es mit dem Lockdown recht herausfordernd, aber auch spannend. Die Eingewöhnungszeit hat klar dazu geführt, dass ich meine Aufgabe sehr, sehr gerne mache.
Wichtig ist, dass möglichst alle von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.
Herbert Mayer
Die Landecker ÖVP hält mit zwölf von 19 Mandaten eine absolute Mehrheit im Gemeinderat. Sie haben nur einen Herausforderer aus dem Lager der SPÖ, die momentan nur vier Mandate inne hat. Wird das eine g’mahte Wiesn?
Nein, sicher keine g‘mahte Wiesn. Wir präsentieren der Bevölkerung unser umfangreiches Angebot und welche Projekte wir in den nächsten Jahren umsetzen wollen. Wir werden bis zuletzt um jede einzelne Stimme kämpfen. Wichtig ist, dass möglichst alle von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.
Und welche konkreten Projekte wären das?
Es gibt einige Vorhaben, die meine volle Aufmerksamkeit erfordern werden – und zwar: Neubau eines Kindergartens auf der Öd, Ausbau der Kinderbetreuung, Erweiterung der Bettenkapazität im Altersheim, Verbesserung der ärztlichen Versorgung, Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes ausgehend von der Malser Straße im Rahmen des neuen Talkesselmarketings und noch einige mehr.
Welche Strategie schlagen Sie beim Thema Wohnen vor?
Dieses Thema ist differenziert zu betrachten: In Perjen soll in Kürze ein Objekt für betreubares Wohnen in Verbindung mit einigen Mietwohnungen entstehen. Damit ist dann der Ersatz für die ehemalige Südtiroler Siedlung abgeschlossen. Für weitere Neubauten mit gemeinnützigen Mietwohnungen besteht derzeit keinerlei Bedarf. Die Wohnbaugesellschaften haben allerdings die Aufgabe, bestehende Gebäude zu sanieren sowie auch die Mietpreise in diesen Gebäuden zu stabilisieren.
Herbert Mayer (61) ist seit 2006 Gemeinderat, war bereits Vizebürgermeister und ist seit Dezember 2020 Stadtchef. Der gelernte Baukaufmann unternimmt gerne ausgedehnte Wanderungen und liebt Kuchen, Kuchen, Kuchen.
Wie wollen Sie in Zukunft mehr Ärzte in die Bezirkshauptstadt locken?
Das wird wahrlich eine Herausforderung. Die Stadtgemeinde allein wird dieses Problem nicht lösen können, da braucht es das Zusammenwirken aller Involvierten. Diesbezüglich vermisse ich allerdings bei manchen eine ernsthafte Bemühung – mit Ausnahme des Landes Tirol. Landeck könnte sogar Modellregion für ein Primärversorgungszentrum werden, da sind wir dran.
Was macht der Privatmensch Herbert Mayer?
Als Bürgermeister habe ich ein einfach zu merkendes Arbeitszeitmodell: Montag bis Sonntag.
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