Di, 21. August 2018

Forscher warnen

20.05.2011 09:41

Wasser im Atlantik vor der Antarktis wird immer wärmer

Das Wasser in den Tiefen des Atlantiks nördlich der Antarktis wird als Folge des Klimawandels immer wärmer. Das haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) im deutschen Bremerhaven während der jüngsten Expedition ihres Forschungseisbrechers "Polarstern" herausgefunden.

Das AWI-Flaggschiff kehrte am Freitag nach sieben Monaten auf der Südhalbkugel in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück. Während der Reise konzentrierten sich die Forschungsarbeiten unter anderem auf das Weddelmeer im atlantischen Teil der Antarktis. Dort passen sich die Lebewesen laut AWI nur langsam an die Veränderungen an.

Um sechs Hundertstel Grad angestiegen
In den vergangenen 26 Jahren ist die Wassertemperatur in den Tiefen des Weddelmeers um sechs Hundertstel Grad angestiegen. Obwohl es sich um einen scheinbar geringen Wert handelt, "ist damit eine erhebliche Wärmemenge verbunden, die im Ozean gespeichert wird", zitiert das AWI den Fahrtleiter Eberhard Fahrbach.

Für die Klima- und Polarforscher ist das ein weiteres Indiz dafür, dass die Ozeane Wärme aus der durch den Treibhauseffekt erhitzten Atmosphäre aufnehmen. Bisher hat der Weltklimarat IPCC angenommen, dass etwa 80 Prozent aus dem Treibhauseffekt in den oberen Ozeanschichten bis 1.500 Meter Wassertiefe landet.

Forscher rechnen mit weltweiten Auswirkungen
Laut Fahrbach hat die Polarstern-Expedition nun gezeigt, "dass auch der tiefe Ozean mit seinem riesigen Volumen an diesem Prozess beteiligt ist". Die AWI-Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Veränderungen dieser Wassermassen weltweite Auswirkungen haben werden.

Bei weiteren Untersuchungen im östlichen Weddelmeer stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser nur sehr langsam an die Veränderungen anpassen. Das zeige, wie empfindlich das Ökosystem reagiere, so die Forscher.

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