In der Erdgas-Falle
Alle wollen Abhängigkeit von Russland reduzieren
Der Schock sitzt tief in Europa: Durch die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen sitzt die EU in der Energiefalle. Eskaliert der Konflikt, wird es für Haushalte und Industrie wohl noch teurer. Denn so schnell wird es nicht gelingen, auf andere Lieferanten umzusteigen. Noch dazu ist das mit enormen Kosten verbunden.
Um 9,5 Milliarden Euro hat man gerade eine neue Gaspipeline (Nord Stream 2) nach Russland gebaut, mit Krediten von deutschen und österreichischen Firmen. Das könnte sich als riesige Fehlinvestition erweisen, wenn sie aus politischen Gründen nie in Betrieb geht.
Hälfte des verbrauchten Gases aus Russland
Die zynische Ankündigung eines Putin-Vertrauten, dass die Europäer bald noch viel mehr für russisches Gas zahlen müssen, legt den Finger auf die Wunde. Im Schnitt kommt die Hälfte des in der EU verbrauchten Gases aus Russland. In vielen Ländern ist es sogar deutlich mehr, z. B. in Österreich. Jetzt wird nach Alternativen gesucht.
Norwegen und Aserbaidschan liefern auch jetzt schon. Dazu steigt der Anteil von Flüssiggas (LNG). Große Anbieter sind neben den USA zum Beispiel Katar und Australien. Doch das kommt in Schiffen, man müsste in Europa weitere riesige LNG-Terminals bauen, um das Gas in Leitungen einspeisen zu können.
Außerdem gibt es gültige Verträge mit den Russen: Die OMV hat (so wie andere) mit der Gazprom eine Vereinbarung bis 2043, die Details sind nicht bekannt. Auch deutsche und italienische Händler importieren über Österreich Gas, das teilweise weitertransportiert, aber auch im Inland verkauft wird.
Kommt gesetzliche Mindestreserve für Gas?
Wirtschaftsministerin Schramböck hat vor Kurzem gefordert, eine gesetzliche Mindestreserve für Gas einzuführen, damit die Speicher gut gefüllt sind. Derzeit sind sie mehr als halb leer, weil zu den hohen Preisen wenig bestellt wird. Für den aktuellen Bedarf reicht das noch. Gas wird sowohl zum Heizen als auch für die Stromerzeugung benötigt.







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