Liza Diakonowa und Nadiia Yaschchenko leben und studieren in Salzburg. Die eine ist Russin, die andere Ukrainerin. Sorgen, fehlende Hoffnung und vor allem ihre Freundschaft verbindet die zwei Frauen.
Ausgerechnet die Kiewer Torte hat Liza Diakonowa ausgewählt. Sie ist das süße Wahrzeichen der Ukraine und sie ist Lizas Lieblingsprodukt im Supermarkt, neben Wodka. Die junge Moskauerin lebt seit drei Jahren in Salzburg. Sie studiert und arbeitet nebenbei im einzigen russischen Supermarkt der Stadt. Das kleine Geschäft gehört eigentlich einer Ukrainerin. Lizas Freundin Nadiia Yaschchenko, die sie im Supermarkt besucht, stammt ebenso aus der Ukraine, aus Riwne im Nordwesten. Schwester, Mutter und Großeltern leben noch immer dort. Sie leben in Anspannung und Sorge. Es könnte jeden Tag auch bei ihnen Krieg sein.
„Man redet ständig darüber“
Beide Frauen beschäftigt die angespannte Situation ihrer Heimatländer sehr. Warum der Konflikt so hochkochen musste, würden sie allzu gerne wissen. „Die Proteste am Maidan, die Annexion der Krim – das alles hat uns Kraft gekostet und Hoffnung geraubt“, sagt Nadiia, die seit eineinhalb Jahren in Salzburg lebt. Beide Mittzwanzigerinnen studieren Philosophie, Liza zudem noch Politik. „ Egal ob an der Uni, mit Freunden, man redet ständig über den Konflikt. Wir versuchen manchmal sogar, es von uns wegzuschieben.“
Die Freundschaft der Russin und der Ukrainerin bleibt unbeschadet. Beide haben häufig Kontakt in die jeweilige Heimat. Die Informationslage ihrer Freunde und Bekannten ist nur eine Unterschiedliche. Beide sprechen von Zensur und Falschinformationen. „Als Russin macht mich das alles sehr, sehr traurig. Vor allem, weil ich weiß: Russland ist nicht nur Putin, und Putin nicht Russland“, sagt Liza Diakonowa.
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