
Wenn Politiker mit Fanpost an die Öffentlichkeit gehen, ist das immer eine Gratwanderung. Handelt es sich bei den Fans um Kinder, kann es leicht nach hinten losgehen. Denken wir nur an die sechsjährige Linda, die Ex-Kanzler Sebastian Kurz einen Brief übergab, in dem stand, wie wütend und traurig sie seine Abwahl gemacht habe. Dass ein Misstrauensantrag im Parlament Einfluss auf den Seelenzustand eines Schulkindes haben soll, glaubte das Publikum nicht. Viele witterten dabei eine Idee türkiser Spindoktoren.
Nun hat der Bundespräsident einen Brief gepostet, der mit „Lieber Milo!“ beginnt. Es ist nicht überliefert, ob der Name von Miloslaw oder Emilio stammt, jedenfalls handelt es sich um einen Buben, der im Sachunterricht den Namen Alexander Van der Bellen falsch geschrieben hatte. Seinen Unmut über den nicht alltäglichen Namen äußerte der 8-Jährige in einem handgeschriebenen Brief an das Staatsoberhaupt höchstpersönlich.
Die Antwort des Präsidenten wurde in den sozialen Medien zigtausendmal geteilt. „Du fragst, warum ich so schwierig heiße?“, schrieb Van der Bellen und erklärte, dass seine Vorfahren um 1700 herum aus den Niederlanden ausgewandert seien, wo Van der Bellen ein gängiger Name sei. „Wenn es dir aber zu kompliziert ist, schreib einfach Sascha, so nennen mich meine Freunde. Liebe Grüße aus der Hofburg Dein Alexander Van der Bellen.“
Eine schöne und vor allem wahre Geschichte. Könnte ein Spindoktor nicht erfinden.











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