krone.at-Kolumne

Wird mit der Impfpflicht jetzt alles besser?

Kolumnen
02.02.2022 11:55

Seit Dienstag gilt also zumindest in der Theorie die Impfpflicht. Viele Fragen sind aber noch immer offen, die Verwirrung perfekt, die Gegner fühlen sich bestätigt. Vorausschauendes Handeln wäre besser gewesen.

Die Impfpflicht hat es nicht leicht. Schon bei der Verkündung formierten sich ihre Gegner, monatelang wurde sie von ihren Kritikern gescholten und jetzt kommen auch noch rechtliche Stolpersteine hinzu. Kann sie unter diesen Voraussetzungen überhaupt ein effizientes Dasein fristen und unsere Bevölkerung vor weiteren Coronajahren beschützen? Es wird schwierig!

VfGH stellt Fragen und wird von Impfgegnern gefeiert
Da wäre nämlich zum Beispiel das unangenehme Schreiben vom Verfassungsgerichtshof. Einer seiner Richter - der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er bei seiner Bestellung als FPÖ-Wunschkandidat galt - möchte nämlich allerhand pikante Fragen vom Gesundheitsminister beantwortet wissen. Ob jemals eine Überlastung des Gesundheitssystems gedroht hat oder inwieweit FFP2-Masken das Corona-Risiko senken? Ob bewusst oder unfreiwillig - das Schreiben ist jetzt schon der Hit bei allen Impfgegnern!

Öl ins Feuer der Impfgegner
Zum anderen machen auch die weitwendigen Lockerungsmaßnahmen die Pflicht zur Farce. Wie soll weiterhin argumentiert werden, dass eine Impfpflicht aufgrund der ernsten Lage notwendig ist, wenn auf der anderen Seite weitwendige Freiheiten auch für Ungeimpfte bevorstehen? Dieser Spagat ist nur schwer zu fassen und könnte auch juristisch noch Erklärungsbedarf nach sich ziehen. Das ist nur weiteres Öl ins Feuer der Impfgegner!

3G und Impfpflicht - wie geht das zusammen?
Auch, dass man als Ungeimpfter mit einem negativen Testnachweis bald wieder einkaufen oder urlauben darf und auch in der Arbeit weiterhin 3G erlaubt ist, während aber eine allgemeine Impfpflicht gilt, passt auch mit viel Fantasie und nicht mit Logik zusammen. Vielleicht ist es aber ohnehin die Strategie, das Virus so sehr zu verwirren, sodass es sich ein anderes Land zum Infizieren sucht. Anders ist dieses Wirrwarr nämlich nicht zu erklären.

So bleibt nur Verunsicherung
Natürlich ist der Politik dafür Verständnis entgegenzubringen, dass in Zeiten einer Pandemie nicht alles mit hundertprozentiger Sicherheit vorhersehbar ist - geschenkt! Eine genauere und umsichtigere Planung hätte aber viele Sollbruchstellen bereits im Vorfeld verhindern können und die Angriffsfläche der Krawallmacher verkleinern können. Klare Regeln, ein gerader Weg und eine genaue Kommunikation hätten viel wett gemacht. So bleibt nur die Verunsicherung.

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