Do, 21. Juni 2018

Mehrere Explosionen

10.05.2011 07:42

Heftige NATO-Angriffe auf Tripolis und Gadafi-Areal

Die libysche Hauptstadt Tripolis ist in der Nacht auf Dienstag von der NATO erneut heftig angegriffen worden. Wie eine Bewohnerin der Stadt dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera telefonisch berichtete, habe es mehrere laute Explosionen gegeben. Ziel der Angriffe sei auch das Areal gewesen, auf dem Machthaber Muammar al-Gadafi residiert. Die Frau sagte, die Lebensumstände in Tripolis würden immer schwieriger. Es fehle etwa an Nahrungsmitteln und auch an Medikamenten.

Mehrere Explosionen erschütterten Tripolis. Anschließend waren Sirenen und Gewehrfeuer zu hören. Zuvor hatten die libysche Regierung ausländische Journalisten ein zerstörtes Gebäude in Tripolis gezeigt. Den Behörden zufolge wurde das Haus, in dem das libysche Hochkommissariat für Kindern untergebracht gewesen sei, von der NATO beschossen.

Humanitäre Lage verschlechtert sich
UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos rief zu einer Waffenruhe auf, damit Hilfsgüter verteilt werden könnten. Ungeachtet der Forderungen der internationalen Gemeinschaft würden Zivilisten weiter angegriffen. Die Konfliktparteien sollten Zivilisten verschonen, verlangte Amos.

Die humanitäre Situation in Libyen werde immer schlimmer. Fast eine Dreiviertelmillion Menschen sei seit Beginn der Kämpfe Mitte Februar aus dem Land geflohen, sagte die UNO-Nothilfekoordinatorin am Montag im UNO-Sicherheitsrat in New York. Nach Erkenntnissen der UNO haben bereits 746.000 Libyer das Land verlassen, etwa 5.000 sitzen an Grenzübergängen nach Ägypten, Tunesien und Niger fest und 58.000 sind im Osten Libyens auf der Flucht. Für viele gebe es kaum Nahrung und Wasser und nur unzureichende medizinische Versorgung. Weil auch Benzin knapp sei, hängen laut Amos Zehntausende an den Grenzen fest.

Kämpfe halten seit rund zwei Monaten an
In Libyen liefern sich Regierungstruppen und Aufständische seit rund zwei Monaten heftige Kämpfe. Die Rebellen werden dabei aus der Luft von NATO-Kampfflugzeugen unterstützt, die unter UNO-Mandat die Zivilbevölkerung vor Übergriffen durch die Gadafi-Truppen schützen sollen.

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