Billige Energie: Angesichts der explodierenden Strom- und Gaspreise haben viele schon vergessen, dass wir ein „goldenes Jahrzehnt“ hinter uns haben. Denn seit 2011 haben heimische Versorger beim Strom sechsmal und beim Gas viermal die Tarife gesenkt, aber nur zweimal erhöht. Ohne Berücksichtigung der Inflation ist der Arbeitspreis auch heute noch um zehn bis 15 Prozent niedriger als damals. Bei den Konsumenten kam das übrigens selten so an, weil dafür Steuern und Gebühren zum Teil kräftig erhöht wurden.
Es bleibt teuer: Wer hofft, dass sich die Lage wieder entspannt, muss enttäuscht werden. Die sogenannten „Futures“, das sind Finanzprodukte, die die künftige Entwicklung z. B. bei den Strompreisen abbilden, zeigen für die nächsten Jahre weiterhin ein hohes Preisniveau. Das hat zur Folge, dass immer mehr Diskontanbieter vom Markt verschwinden, weil sie nirgends mehr günstig einkaufen können und pleitegehen, wenn sie die Preise nicht erhöhen.
Öko-Schummel: Bei hohen Energiepreisen fallen viele Ökostromanbieter aus der Förderung, weil sie ohnedies auf dem Markt genug erlösen. Daher ist es geschummelt, dass die Regierung die „Ökostrompauschale“ von 900 Millionen Euro imJahr (ca. 100 Euro pro Haushalt, Firmen zahlen deutlich mehr) „aussetzt“. Denn es ist per Gesetz (!) vorgesehen, dass zwei Drittel der Pauschale wegfallen, wenn die Marktpreise eine bestimmte Höhe erreichen. Nur das restliche Drittel ist eine politische Entscheidung.
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