18.01.2022 12:53 |

Beistand für Johnson

„Es ist Blödsinn, anzunehmen, dass er gelogen hat“

In Großbritannien sorgen Regierungs-Partys während des Lockdowns weiter für Wirbel. Vize-Premierminister Dominic Raab verteidigte den massiv unter Druck geratenen Regierungschef Boris Johnson am Dienstag. Auf die Frage, ob Johnson abtreten müsse, sollte sich herausstellen, dass er über eine der Partys an seinem Amtssitz gelogen habe, sagte Raab in einem Radio-Interview: „Es ist Blödsinn, anzunehmen, dass er gelogen hat.“

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Zuvor hatte Johnsons früherer Chefberater Dominic Cummings erklärt, er und mindestens ein weiterer Berater hätten versucht, die umstrittene Party Ende Mai 2020 zu unterbinden. Johnson hingegen sei einverstanden gewesen, dass sie stattfinde. Cummings gilt als einer der Architekten des EU-Ausstiegs Großbritanniens. Er trat im November 2020 im Streit zurück.

Partys bringen Johnson in Erklärungsnot
Johnson scheint wegen einer Reihe von Skandalen angezählt. Zuletzt gab es immer mehr Berichte über Partys trotz geltender Corona-Einschränkungen, was den Druck auf ihn erhöhte. Vergangene Woche entschuldigte er sich im Parlament für eine Gartenparty in der Downing Street am 20. Mai 2020. Er sei davon ausgegangen, dass es sich um eine Arbeitsbesprechung gehandelt habe. Er habe 25 Minuten daran teilgenommen, um den Mitarbeitern zu danken.

Kurz darauf musste er sich direkt bei Königin Elizabeth entschuldigen. Es hatte Berichte über weitere Partys im vergangenen April gegeben, die nicht nur trotz Einschränkungen gefeiert wurden, sondern auch noch am Vorabend der Beisetzung von Prinz Philip, dem Ehemann der Königin. Wegen der damals geltenden Regeln saß die Queen bei der Trauerfeier in der St George‘s Chapel allein in einer Bankreihe.

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