14.01.2022 07:37 |

Brisanter Zeitpunkt

Weitere Lockdown-Party erhöht Druck auf Johnson

Nachdem der britische Premierminister Boris Johnson aufgrund von Lockdown-Partys unter Druck geraten war, soll Berichten zufolge eine weitere Feier abgehalten worden sein. Besonders brisant ist dabei der Zeitpunkt: Dutzende Mitarbeiter sollen sich am Vorabend der Beisetzung von Queen-Gemahl Prinz Philip im April 2021 in der Downing Street getroffen haben. An dem Tag befand sich das Land in Staatstrauer.

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Es habe sich um die Verabschiedung von zwei Vertrauten des Regierungschefs gehandelt, berichtete die Zeitung „Daily Telegraph“ am Donnerstagabend unter Berufung auf Augenzeugen. Johnson selbst war demnach nicht anwesend. Die Berichte seien von Downing Street nicht dementiert worden.

Queen alleine, Party in der Downing Street
Mitte April 2021 waren strikte Abstandsregeln in Kraft, Mitglieder verschiedener Haushalte durften sich nicht in geschlossenen Räumen treffen. Die Zeitung betonte, dass Queen Elizabeth II. (95) am nächsten Tag bei der Beisetzung ihres Ehemanns wegen der Corona-Regeln ganz alleine in der Kapelle sitzen musste.

Koffer mit Alkoholnachschub
Auf den Partys sei viel Alkohol getrunken sowie getanzt worden, berichtete der „Telegraph“ weiter. Eine Beraterin Johnsons sei zeitweise für die Musik verantwortlich gewesen. Aus einem nahen Supermarkt sei in einem Koffer alkoholischer Nachschub geholt worden. Ein Teilnehmer habe im Garten von Johnsons Amtssitz die Schaukel von dessen Sohn genutzt und dabei kaputt gemacht.

Insgesamt sollen an den beiden anfangs separaten Veranstaltungen, die sich gegen Mitternacht vermischt hätten, etwa 30 Menschen teilgenommen haben.

Johnson zum Rücktritt aufgefordert
Johnson steht wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in der Downing Street im Mai und Dezember 2020 massiv in der Kritik. Die Opposition und einige Tory-Abgeordnete fordern seinen Rücktritt. Erst am Mittwoch hatte sich der Premier entschuldigt. Dies ist nun der erste Zwischenfall aus dem Jahr 2021, der bekannt wird. Kommentatoren wiesen vor allem auf die zeitliche Nähe zur Beisetzung des Queen-Gemahls hin. Johnson hatte darum gebeten, das Ergebnis einer laufenden internen Ermittlung abzuwarten.

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