Mo, 24. September 2018

Botschafter besorgt

28.04.2011 07:11

Bis zu 30.000 Todesopfer in Libyen zu beklagen

Die Kämpfe in Libyen fordern weiterhin täglich Todesopfer. Nach Angaben des US-Botschafters Gene Cretz könnten seit Beginn der Aufstände bereits 30.000 Menschen getötet worden sein. Es werde allerdings schwierig sein, vor Ende der Kämpfe einen konkreteren Überblick zu bekommen, so der US-Diplomat. Doch ein Ende scheint momentan nicht absehbar, die Kämpfe gehen unvermindert weiter, und die Situation für Hilfsorganisationen wird immer schwieriger.

"Wir haben einfach keinen Eindruck vom Ausmaß, bis die Sache vorbei ist", so Cretz am Mittwoch in Washington. Die Zahl der Todesopfer sei erschreckend, die Schätzungen reichten von 10.000 bis 30.000 Toten. "Wir erhalten - sogar von Kontaktleuten in Tripolis und im Westen - Berichte über Leichen an Stränden", sagte der Diplomat.

Nach Angaben des Botschafters gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gadafi an einen selbst erklärten Waffenstillstand hielten. "Gadafi und seine Henker haben keine Absicht, die Gewalt und das Blutvergießen einzustellen." So gingen die Gräueltaten der Truppen in der Rebellen-Stadt Misrata weiter.

Kämpfe um Misratas Hafen blockieren Hilfe
Die Kämpfe um die seit Wochen belagerte libysche Hafenstadt machen eine Versorgung der dort eingeschlossenen Menschen immer schwieriger. Nach Angaben der Aufständischen konnten am Mittwoch Schiffe, die Flüchtlinge abholen oder Hilfsgüter liefern wollten, wegen des Beschusses durch die Truppen von Gadafi nicht im Hafen anlegen.

Zwar hätten sich die Soldaten weitgehend aus dem Zentrum der Stadt zurückgezogen, die heftigen Kämpfe um die Kontrolle des Hafens dauerten aber an, sagte Rebellensprecher Ahmed Hassan dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera. "Die Angriffe haben eine Reihe von Schiffe ferngehalten, die in den Hafen kommen wollten, um Verwundete aus Misrata abzuholen", sagte Hassan. "Weitere Schiffe warten darauf, die Lieferungen von Hilfsorganisationen zu entladen."

EU-Kommission über humanitäre Lage in Misrata besorgt
Auch die EU-Kommission zeigte sich besorgt über die humanitäre Lage in Misrata. Es sei für Hilfsorganisationen so gut wie unmöglich geworden, Menschen über den Seeweg zu retten, teilte die verantwortliche Kommissarin Kristalina Georgiewa am Mittwoch in Brüssel mit. Die Lieferungen von Hilfsgütern und Nahrungsmitteln seien unterbrochen.

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