02.12.2021 12:03 |

Im Jahr 2022

Zahl der Bedürftigen soll um fast 40 Mio. wachsen

Im kommenden Jahr dürften nach Schätzungen der Vereinten Nationen fast 40 Millionen Menschen mehr weltweit auf humanitäre Hilfe oder Schutz angewiesen sein als heuer: Die UNO stellen sich 2022 auf 274 Millionen Bedürftige ein. In diesem Jahr waren es 250 Millionen, wie das UNO-Nothilfebüro (OCHA) am Donnerstag berichtete. Jeder 29. Erdbewohner sei auf Unterstützung angewiesen.

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„Der Bedarf wächst, was auf das Zusammentreffen von politischer Instabilität, zunehmenden Vertreibungen, Folgen des Klimawandels und Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen ist“, berichtet das UNO-Nothilfebüro. „Humanitäre Hilfe rettet Leben“, sagte Nothilfekoordinator Martin Griffiths. Dennoch sei dies nur Teil der Lösung, Konflikte müssten vor allem politisch gelöst werden. Größte Sorge mache ihm die Lage in Äthiopien, wo die Regierung gegen die lange dominierende Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kämpft.

Große Not in Afghanistan, Syrien, Jemen und Äthiopien
Die UNO-Organisationen wollen 183 Millionen Menschen in 63 Ländern helfen. Sie brauchen dafür insgesamt 36,3 Milliarden Euro, doppelt so viel wie noch vor vier Jahren. Besonders groß sei die Not in Afghanistan, Syrien, Jemen und Äthiopien. Zu diesem Finanzplan kommen bei unvorhergesehenen Katastrophen oder Konflikten im Laufe des Jahres weitere Spendenaufrufe für Nothilfe.

Hilfe nur um 46% gedeckt
In diesem Jahr wurde der UNO-Finanzbedarf für humanitäre Hilfe nach Angaben von OCHA bisher nur zu 46 Prozent gedeckt. Am besten lief es für Afghanistan: Der ursprüngliche Bedarf in der Höhe von knapp 870 Millionen Dollar wurde zu 77 Prozent gedeckt. Bei einem zusätzlichen Spendenaufruf für Nothilfe in einer Höhe von 606,3 Millionen kam sogar die gesamte Summe zusammen.

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70 Prozent aller Frauen und Mädchen, die in einer humanitären Notlage leben, haben bereits mindestens einmal Gewalt erlebt. Damit muss Schluss sein

Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich

Erhöhtes Risiko von Gewalt und Missbrauch
Vor allem Frauen und Mädchen seien besonders stark betroffen, erhielten aber deutlich zu wenig Unterstützung: „45 Millionen Menschen stehen weltweit kurz vor einer Hungersnot. Dabei sind es oft Frauen, die während und nach der Schwangerschaft ihre Mahlzeiten teilen, dann selbst unter schwerer Unterernährung leiden und ihre Kinder nicht ernähren können“, unterstrich Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, in einer Aussendung. Viele Frauen litten zudem unter einem „deutlich erhöhten Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt und Missbrauch“: „70 Prozent aller Frauen und Mädchen, die in einer humanitären Notlage leben, haben bereits mindestens einmal Gewalt erlebt. Damit muss Schluss sein.“

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