Fr, 17. August 2018

Am 1. Mai ist's vorbei

12.04.2011 02:42

Ortstafeln: Entscheidung fällt nach den Ostern

370.000 Zuschauer haben am späten Sonntagabend den Schlagabtausch zwischen Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Valentin Inzko vom Rat der Kärntner Slowenen in der ORF-Sendung "Im Zentrum" erlebt. Doch zieht man beidseitige Polemik ab, bleibt der von beiden formulierte Glaube an eine baldige Lösung der Ortstafelfrage. LH Dörfler reimte gar: "Am 1. Mai ist alles vorbei."

Nach der Live-Sendung fanden die Diskutanten in der ORF-Kantine wieder einen normalen Ton. Und sogar inhaltlich ging einiges weiter, jedenfalls im Hinblick auf den weitern Zeitplan. "Mit Staatssekretär Ostermayer wurde vereinbart, dass die finale Runde in der Woche nach Ostern über die Bühne gehen wird. Das heißt letztlich, spätestens am 1. Mai ist alles vorbei", berichtet Landeschef Dörfler, der bereits den Staatsakt im Wappensaal des Kärntner Landtages in Klagenfurt plant (siehe Infobox).

Dörfler über Inzko: "Ein Zerstörer"
Zuvor, nämlich in dieser Woche, werden der Zentralverband von Marjan Sturm und die Gemeinschaft der Kärntner Slowenen von Bernard Sadovnik tagen. Dort erwartet sich Dörfler keine Probleme: "In diesen beiden Gruppen sitzen kluge Köpfe des Miteinanders." Zu Valentin Inzko vom Rat fallen Dörfler derzeit keine lobenden Worte ein. Inzko sei "ein Zerstörer", er sei "nicht beweglich" und "ein Getriebener vom Raser-Rudi Vouk".

"Es geht nur noch um 60 bis 70 Orte"
Die finale Runde mit den drei Slowenen-Organisationen solle am Dienstag oder Donnerstag nach Ostern stattfinden, die 165 Ortstafeln seien aber nicht verhandelbar, so Dörfler. Auf einen interessanten Aspekt machte in der TV-Sendung Heimatdienst-Obmann Josef Feldner aufmerksam: "Es geht nur noch um 60 bis 70 Orte mit neuen zweisprachigen Tafeln, denn in 85 betroffenen Orten stehen solche bereits. Das sind nur zwei Prozent der 2.824 Kärntner Ortschaften."

FPK: "Öffentlicher Kuhhandel"
Die TV-Diskussion, die Montagabend in der "Streitkultur" von Radio Kärnten fortgesetzt wurde, führte zu zahlreichen Reaktionen. SPÖ-Chef Peter Kaiser: "Wir fordern finale Verhandlungen vor Ostern, um ein Verfassungsgesetz noch im Mai herbeiführen zu können." FPK-Klubchef Kurt Scheuch zu Inzko: "Weit entfernt von Konsensbereitschaft agiert er in abgehobener Art. Sein ungeschicktes Verhalten gipfelte im Versuch, einen öffentlichen Kuhhandel abzuschließen." ÖVP-Parteisekretär Achill Rumpold richtet Inzko und dem Rat aus: "Wenn jemand ständig dagegen ist, muss er damit rechnen, nicht mehr gehört zu werden."

von Fritz Kimeswenger, Kärntner Krone

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