23.11.2021 11:54 |

Lieferketten-Chaos

Welthandel kämpft zunehmend mit Transportproblemen

Die Lieferkettenprobleme im Welthandel haben sich zuletzt immer weiter zugespitzt. Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie hat die Coronavirus-Pandemie nach wie vor immense Auswirkungen auf Materialengpässe - aktuell seien diese noch stärker zu spüren als noch im Frühjahr.

Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen im Ausland berichte aufgrund der Coronavirus-Pandemie von Problemen in ihren Lieferketten oder ihrer Logistik, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag. Rund 30 Prozent beklagen fehlende Dienstleistungen und Waren, jedes fünfte Unternehmen leidet unter eigenen Produktionsausfällen etwa durch Krankenstände.

Enormer Mangel an Containern
„Eine steigende weltweite Nachfrage trifft derzeit auf zu geringe Produktionskapazitäten und Transportprobleme“, erläuterte der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Gründe dafür seien etwa ein Mangel an Containern und Frachtkapazitäten auf Schiffen sowie Produktionsausfälle. „Die Lieferkettenstörungen gehen aber auch auf gravierende handelspolitische Verwerfungen zurück, wie zum Beispiel auf Vorschriften des Zwangs zu lokaler Produktion.“

Einige wollen Produktion verlagern
Angesichts der Herausforderungen im internationalen Geschäft planen 54 Prozent der Unternehmen, Lieferketten anzupassen oder haben dies bereits getan. Von diesen Firmen suchen fast drei Viertel neue oder zusätzliche Lieferanten und ein Drittel plant, die Lieferwege zu verkürzen oder zu verändern. Rund 15 Prozent haben vor, die eigene Produktion zu verlagern.

Besonders gravierend stellt sich laut DIHK die Situation für deutsche Firmen im Vereinigten Königreich dar. „Hier müssen insgesamt 77 Prozent der Unternehmen ihre Lieferketten anpassen.“ Gut neun von zehn dieser Betriebe sehen sich gezwungen, Lieferwege zu ändern, und vier von zehn planen eine Produktionsverlagerung - „vor allem eine Folge neuer Handelshemmnisse nach dem Brexit“.

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