20.11.2021 10:40 |

Vorbild Österreich

Italiens Sozialdemokraten fordern die Impfpflicht

Österreichs Beschluss, ab dem 1. Februar die Impfpflicht einzuführen, sorgt auch in Italien für Debatten. Die Sozialdemokraten (PD), die drittstärkste Regierungspartei, sprechen sich für die Einführung einer Impfpflicht nach österreichischem Vorbild in Italien aus. „Österreich ist das erste Land in Europa, das die Impfpflicht eingeführt hat. Auch in Italien sollte eine Pflichtimpfung zum Schutz vor dem Virus notwendig sein. Heute ist die Zeit zum Handeln“, so die PD-Abgeordnete Paola De Micheli.

Auch der italienische Industrieverband tritt für eine Impfpflicht ein, um einen neuen Lockdown auszuschließen. „Wir können es uns nicht leisten, das Land zu blockieren. Das Einzige, was uns Sicherheit gibt, ist die Pflichtimpfung, ein Weg, über den wir den Mut haben müssen, ernsthaft nachzudenken“, so Verbandschef Carlo Bonomi. 

Regierung erwägt 2G-Zutrittsbeschränkungen
Indes überlegt die Regierung von Premier Mario Draghi andere Verschärfungen, ähnlich der 2G-Regel in Österreich: Der Zutritt zu Lokalen, Skipisten oder ins Fitnesscenter soll nur noch Inhabern eines sogenannten „Super Green Pass“ möglich sein - Also nur Geimpften und Getesteten. Nicht-Geimpfte wären dann ausgeschlossen. Auch ein Schnelltest würde dann nicht mehr für den Zutritt gültig sein, berichtete der Minister für die öffentliche Verwaltung, Renato Brunetta, in einem Interview mit der Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Auch bei der Gültigkeitsdauer des Grünen Passes erwägt Italien, Anleihen bei der österreichischen Regelung zu nehmen: Er soll für geimpfte Personen ab Anfang Dezember nur noch neun statt zwölf Monate gültig sein. Damit sollen die Menschen zur dritten Dosis motiviert werden. Die Regierung denkt auch an eine obligatorische Impfung für bestimmte Berufskategorien, vor allem für diejenigen, die in Kontakt mit der Öffentlichkeit sind: Polizisten, Angestellte der öffentlichen Verwaltung und Lehrer.

Impfung für alle „extreme Option“
Der Koordinator des Wissenschaftlich-Technischen Ausschusses, Franco Locatelli, der das Gesundheitsministerium berät, bestätigte, dass das Thema der Impfpflicht offen sei. „Italien hat eine der günstigsten Situationen in ganz Europa, aber die Ansteckungszahlen erfordern Aufmerksamkeit und müssen mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen bewertet werden“, betonte Locatelli. Daher sollten unter den Maßnahmen, die umgesetzt werden könnten, „Formen der obligatorischen Impfung für bestimmte Berufsgruppen“ sein. Die Impfpflicht für alle bezeichnete Locatelli als „eine extreme Option“.

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