14.11.2021 12:13 |

Innere Ruhe finden

Nadja Maleh: „Ganz im Hier und Jetzt sein“

Kabarettistin Nadja Maleh über Achtsamkeit, Taschenlampen, Spiegelschrift und Clowns.

„Krone“:Sie haben mich zum Meditieren eingeladen.
Nadja Maleh: Ich mache das seit zwei Jahren intensiver und habe im letzten Jahr eine Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin gemacht.

Worum geht’s da?
Um zielgerichtete Aufmerksamkeit. Das kann man sich vorstellen wie eine Taschenlampe, bei der ich bewusst entscheide, worauf ich ihr Licht richte. Das Stressige, das Negative oder das Schöne, das Erhebende. Meditation heißt nicht, dass ich mit Duftkerzen auf dem Polster sitze, sondern dass ich wahrnehme, was ist. Mein Bewusstsein schärfe. Und es hilft, mehr Konzentrationsfähigkeit, Entspannung, innere Ruhe und auch Einsichten zu erlangen.

Wann meditieren Sie?
Meistens in der Früh, aber es ist ganz unterschiedlich. Im Grunde immer dann, wenn ich den inneren Ruf spüre. Das Erforschen meines Innenlebens: Körper, Gedanken und Emotionen.

Meditieren Sie immer in Ihrer Meditationsecke?
Am liebsten, ja. Aber ich meditiere, wann und wo auch immer. Unglaublich gerne auf der Terrasse. Das geht auch beim Blumengießen (lacht), wenn man die Sinne aktiviert, den Geruch wahrnimmt und an nichts anderes denkt. Man kann auch achtsam Kaffee trinken!

Wie funktioniert das?
Einfach den ersten Schluck in der Früh wirklich wahrnehmen, mit allen Sinnen, und spüren, wie sich das anfühlt. Einfach ganz im Hier und Jetzt im Moment.

Sie tun ja noch etwas anderes Gutes für Ihre Psyche, und zwar in Ihrem Job als Kabarettistin: Da wird viel gelacht.
Genau, ich lache viel und lache gerne. Während man lacht, kann man sich keine Sorgen machen. Während man lacht, ist man ja auch ganz im Hier und Jetzt. Der Körper schüttet Glückshormone aus: Das ist das Beste, was man tun kann.

Haben Sie schon immer Menschen gerne zum Lachen gebracht?
Ich war eher schüchtern als Kind und nie der Klassenclown. Nur für meinen allerengsten Freundeskreis. In der Theatergruppe in der Schule habe ich dann meine Berufung gespürt.

Für die Komödie?
Ich habe eine Schauspielausbildung gemacht und mich schon auch im Drama als Gretchen und Ophelia gesehen. Aber ich bin halt ein Clown geworden, und ich finde das hervorragend. Ein Clown ist sehr transparent in seinen Emotionen. Das bedeutet, sich zu zeigen. Komik ist Tragik in Spiegelschrift. Da muss man alle Aspekte von sich kennen.

Ihr wichtigster Tipp, wie man Zufriedenheit erlangt?
Viele Dinge tun, die einem Freude machen.

„Auch das bin ich“, Kronen Zeitung

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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