12.11.2021 12:06 |

Drohungen aus Minsk

Gaslieferungen: Russland will  sein Wort halten

Russland hat entgegen der weißrussischen Drohungen versprochen, seine Gaslieferungen nach Europa nicht zu stoppen. Russland „ist und bleibt ein Land, das alle seine Verpflichtungen zur Lieferung von Gas an die europäischen Verbraucher erfüllt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag. Minsk hatte zuvor im Flüchtlingsstreit mit der EU gedroht, die Lieferungen von russischem Gas nach Europa über die durch Weißrussland verlaufende Jamal-Europa-Pipeline zu unterbrechen.

„Wenn sie neue Sanktionen gegen uns verhängen, müssen wir reagieren“, hatte der weißrussische Machthaber Alexander Lukaschenko am Donnerstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA gesagt. „Und was, wenn wir die Gaslieferungen unterbrechen?“ Brüssel hatte zuvor für kommende Woche neue Sanktionen gegen Belarus angekündigt. Peskow erklärte am Freitag, Lukaschenko habe seine Äußerungen nicht mit Moskau abgestimmt.

Pipeline verläuft durch Weißrussland
Die Pipeline hat nach Angaben ihres russischen Betreibers Gazprom eine Sollleistung von 32,9 Milliarden Kubikmetern Gas jährlich. Durch Weißrussland verlaufen laut Gazprom 575 Kilometer von Jamal-Europa. Der russische Energiekonzern ist nach eigenen Angaben alleiniger Besitzer des weißrussischen Abschnitts der Leitung.

Die EU wirft Lukaschenko vor, als Vergeltung für Sanktionen absichtlich Migranten an die Grenzen der EU-Staaten Lettland, Litauen und Polen zu schleusen. Im weißrussisch-polnischen Grenzgebiet sitzen derzeit Tausende Menschen, vor allem aus dem Nahen Osten, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fest.

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