11.11.2021 07:00 |

Gespräche gehen weiter

Polit-Streit um Lockdown für die Ungeimpften

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein will für Salzburg und Oberösterreich einen Lockdown für Ungeimpfte. Wilfried Haslauer hält nichts davon und setzt aufs Impfen. Heute diskutieren die Experten.

Die Warnungen von Primar Richard Greil waren in den vergangenen Tagen und Wochen eindringlich. Salzburgs Spitäler sind wegen der Covid-Patienten bereits am Limit angekommen. Greil fordert, dass die Kontakte „kategorisch heruntergefahren“ werden. Das würde einen kompletten Lockdown bedeuten. Die 2G-Regel ist für ihn um zwei bis drei Monate zu spät gekommen.

Einen Lockdown, allerdings nur für Ungeimpfte, will Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und hat dies am Mittwoch in einem Online-Meeting den Landeshauptmännern von Salzburg und Oberösterreich auch klar gemacht. Davon hält Salzburgs Landeschef allerdings recht wenig, denn die 2G-Regel sei diesem Lockdown für Ungeimpfte schon sehr ähnlich. Er will auf eine Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht und die Impfung setzen.

Das letzte Wort ist freilich noch nicht gesprochen. Heute, Donnerstag, wird auf Expertenebene weiterdiskutiert. Am Freitag treffen sich Haslauer, Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und Mückstein neuerlich zu einer Videokonferenz, bei der Entscheidungen fallen sollen.

Neben den Erststichen spielen dabei die Drittimpfungen eine große Rolle. „Wir haben leider die Situation, dass die Virologen draufgekommen sind, dass entgegen ihren Annahmen die Schutzwirkung der Impfung bei Vollimmunisierten früher abnimmt als ursprünglich gedacht war“, so Haslauer. Gerade die Generation 60+ sollte sich schnell auffrischen lassen - eine Erkenntnis, die Israel schon vor vielen Wochen lieferte.

Obwohl Salzburg ein Tourismusland ist, sagt Haslauer: „Es geht jetzt nur um die Krankenhausbehandlungen für die Salzburger und nicht um die Wintersaison, auch wenn diese wirtschaftlich wichtig ist.“ In Wien waren am Mittwoch nahezu zeitgleich Salzburgs Touristiker inklusive Marcel Hirscher und Schlitten im Werbeeinsatz für die Wintersaison...

Haslauer musste sich Misstrauensantrag stellen
Noch kurz vor dem von Mückstein angeordneten Treffen musste sich Haslauer, als erster Regierungschef, wegen der Corona-Politik einem Misstrauensantrag im Landtag durch die FPÖ stellen. Dieser wurde von den anderen Landtags-Parteien abgeschmettert.

Von
Felix Roittner
Matthias Nagl
Matthias Nagl
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