Unvorstellbare 90 Prozent der Roma-Bevölkerung im Burgenland sind in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden. Auch in der Zeit danach wurde die Volksgruppe weiter diskriminiert. Dieser Tage wurde ihrer und den anderen Opfern der menschenverachtenden Diktatur beim Denkmal in Oberpullendorf gedacht.
Das Denkmal war im Vorjahr errichtet worden, heuer fand die erste Gedenkveranstaltung statt. 102 Siedlungen hatte es früher im Burgenland gegeben. In 20 Orten erinnern Gedenkstätten an die Volksgruppe, mit vielen Gemeinden gibt es Gespräche solche aufzustellen, erklärt Andreas Lehner, Vorsitzender der Roma Volkshochschule.
In Sonderschulen abgeschoben
Selbst nach 1945 waren die Roma als Randgruppe behandelt worden, bis in die 1980er-Jahre waren sie automatisch in Sonderschulen abgeschoben worden. Mittlerweile habe sich die Lage gebessert, Roma-Kinder könnten heute eine ganz normale Bildungskarriere nehmen, erklärt Lehner. „Man ist im Schnitt aber nicht dort, wo die übrige Bevölkerung ist.“
Politik wachte erst spät auf
Wachgerüttelt worden war die Politik erst durch das Attentat von Oberwart. „Wir können dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte nicht ungeschehen machen. Was wir können ist, um Verzeihung zu bitten und das Gedenken aufrechterhalten“, so Bürgermeister Rudolf Geißler.
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