06.11.2021 16:13 |

Massenpanik in Houston

Schwangere Kylie Jenner mit Stormi am Todeskonzert

Die schwangere Kylie Jenner war mit ihrer dreijährigen Tochter Stormi beim Astroworld-Festival in Houston, bei dem während des Auftritts ihres Lebensgefährten Travis Scott eine Massenpanik ausbrach, bei der acht Menschen getötet und rund 300 verletzt wurden. Die US-Webseite „TMZ“ berichtet, die Panik habe begonnen, nachdem jemand mit Injektionsnadeln auf Menschen eingestochen und ihnen eine Droge gespritzt habe.

Die 24-jährige Make-up-Milliardärin postete Freitagnacht im Story-Bereich auf ihrem Instagram-Account Fotos und Videos von dem Konzert. Offenbar hat sie aber von der Katastrophe, die sich direkt vor ihren Augen abspielte, nichts mitbekommen.

Kritik wegen Videos
Denn bei den Aufnahmen, die unter anderem einen Wohnwagen zeigen, auf dem ein Schild mit dem Namen ihrer ersten Tochter mit Travis Scott, Stormi, zu sehen ist, finden sich auch Videos, auf denen mitten im Lichtgewitter des Konzerts bereits flackerndes Blaulicht zu sehen ist. Auf einem Video ist zu erkennen, wie sich ein Rettungswagen einen Weg durch die Menschenmenge bahnt.

Die jüngere Halbschwester von Kim Kardashian ist gerade mit dem zweiten Kind mit Scott schwanger und muss für diese Videos nun viel Kritik einstecken.

Drogen gespritzt?
Das Unglück ereignete sich am Freitagabend Ortszeit beim Astroworld-Festival in Houston im US-Bundesstaat Texas. Die genaue Ursache sei noch nicht bekannt, teilte Houstons Feuerwehrchef Samuel Pena mit. „TMZ“ will nun erfahren haben, dass eine Person auf andere mit Injektionsnadeln eingestochen und ihnen eine Droge gespritzt habe, die möglicherweise Herzstillstände ausgelöst haben könnte. Etwa 50.000 Menschen waren bei dem Festival, das den Veranstaltern zufolge ausverkauft war.

Während des Auftritts von Scott habe sich die Menschenmenge gegen 21.15 Uhr (3.15 MEZ am Samstag) vor der Bühne immer enger zusammengedrückt, sagte Pena. „Das verursachte einige Panik, es gab die ersten Verletzten, Menschen wurden ohnmächtig, und das hat zusätzliche Panik erzeugt.“ 17 Patienten seien in ein Krankenhaus gebracht worden, elf von ihnen mit Herzstillstand. Mehr als 300 Menschen seien in einem Feldspital am Festivalgelände behandelt worden.

„Schreckliche Tragödie“
CNN berichtete, wie Scott seinen Auftritt unterbrach. Beim Festival sollten laut Veranstalter auch Künstler wie Earth, Wind & Fire, SZA und Bad Bunny auftreten. Die Veranstaltungen für Samstagabend seien abgesagt worden, sagte Pena. Bezirksrichterin Lina Hidalgo hob hervor, dass viele der Opfer sehr jung gewesen seien, einige erst zehn Jahre alt. Sie sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Die Behörden richteten eine Anlaufstelle ein, an die sich Angehörige auf der Suche nach Vermissten wenden konnten.

Houstons Polizeichef Troy Finner sagte, die Unglücksursache werde noch untersucht. „Spekuliert nicht. Niemand hat heute Nacht alle Antworten parat. Es sind eine Menge Gerüchte im Umlauf“, warnte er.

Das auf zwei Tage angelegte Festival war CNN zufolge von Scott organisiert worden. Houston ist die Heimatstadt des 29-jährigen auch als La Flame und Cactus Jack bekannten Rappers. Er wurde dort 1992 als Jacques Webster Jr. geboren.

Erinnerungen an die Loveparade
Die Tragödie erinnert an das Schicksal von 21 Menschen bei der Duisburger Loveparade, die 2010 im Gedränge zu Tode gedrückt wurden. Auf dem dänischen Roskilde-Festival starben bei einem Konzert der US-Rockband Pearl Jam im Sommer 2000 neun Menschen vor der Bühne. Sie wurden durch die von hinten drückende Menge zu Fall gebracht und totgetrampelt.

Nach einem Konzert in der weißrussischen Hauptstadt Minsk kamen 1999 mehr als 50 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben. Bei einem Auftritt der Toten Hosen in Düsseldorf erstickte 1997 eine 16-Jährige, als Tausende Fans in den Innenraum des Rhein-Stadions drängten. Rund 300 Menschen wurden verletzt.

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