21.10.2021 22:35 |

Lob aus dem Kreml

Nach Drohung: Putin gratuliert Nobelpreisträger

Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem neuen Friedensnobelpreisträger, dem kremlkritischen Journalisten Dmitri Muratow, nun doch gratuliert - und das sogar persönlich.

Auf eine Frage Muratows bei einem Diskussionsforum in Sotschi antwortete Putin am Donnerstag: „Zunächst möchte ich Ihnen zur Verleihung des Friedensnobelpreises gratulieren.“ Löblich erwähnte der Kremlchef die Tatsache, dass der Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“ sein Preisgeld für wohltätige Zwecke spenden möchte. Er würde für „diese edle Tat eine Prämie geben“, so Putin.

Putin warnt vor Gesetzesverletzung
Eine Woche zuvor hatte der russische Staatschef den Preisträger noch gewarnt, statt ihm zu gratulieren: „Wenn er sich mit dem Nobelpreis wie mit einem Schutzschild bedeckt, um russische Gesetze zu verletzen, dann tut er das bewusst.“

Das norwegische Nobelkomitee hatte den Friedensnobelpreis Anfang Oktober an Muratow sowie an die philippinische Journalistin Maria Ressa vergeben. Mit der Auszeichnung der beiden Medienvertreter soll die Bedeutung des Schutzes der Meinungs- und Pressefreiheit für Demokratie und Frieden unterstrichen werden.

„Ausländische Agenten“ in Russland
In Russland müssen sich Medien und Nichtregierungsorganisationen als „ausländische Agenten“ registrieren, wenn sie sich mit Geld aus dem Ausland finanzieren. Moskau begründet das mit Schutz vor politischer Einmischung in innere Angelegenheiten. Kritiker hingegen monieren, die Entscheidung sei oft politisch motiviert.

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