22.10.2021 06:51 |

Einsatz in Innsbruck

Ertrinkenden mit Abschleppseil aus Inn gerettet

Der Zivilcourage von Passanten und der Spontaneität der Einsatzkräfte verdankt ein Einheimischer (61), der am Mittwochabend in Innsbruck in den Inn gestürzt war, sein Leben. Ein Afghane, der gerade vorbeikam, hat die Hilferufe gehört und den Mann im Wasser festgehalten, bis Notfallsanitäter der Rettung das Opfer mit dem Abschleppseil sicherten. Die Wasserrettung barg den 61-Jährigen.

Sophia und Roman Zamani befanden sich mit ihrem sechseinhalb Monate alten Sohn Arman und der Mutter der Frau am Fußweg entlang des Inns auf einem Spaziergang. Gegen 19.20 Uhr auf Höhe des Seniorenheims Reichenau hörten sie Hilfeschreie. „Mein Mann ist sofort über die Böschung hinuntergelaufen, ich habe meiner Mutter das Baby gegeben und bin hinterher“, schildert die Lehrerin. „Pass auf!“, rief sie Roman wegen der steilen Böschung nach.

„Bin runtergekugelt!“
Bis zur Hüfte stand im Inn ein Einheimischer (61) im Wasser und versuchte sich verzweifelt an Ästen festzuhalten. „Ich bin runtergekugelt“, stammelte er.

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Die Situation war auch für uns bedrohlich, ich bin ebenfalls in Panik geraten.

Sophia Zamani

„Roman hat vergeblich versucht, ihn heraufzuziehen“, erinnert sich Sophia Zamani. „Ich habe daher gleich die Einsatzkräfte alarmiert, Roman hat das Opfer inzwischen festgehalten und probiert, den Mann zu beruhigen“, schildert sie. „Die Situation war auch für uns bedrohlich, ich bin ebenfalls in Panik geraten.“

Improvisation mit Abschleppseil
Rasch war die Rettung Innsbruck mit Einsatzleiter Michael Sintic (53) und Notfallsanitäter Alexander Reister (27) zur Stelle. „Beide Personen waren komplett durchnässt bzw. entkräftet, lange konnte das nicht mehr gut gehen“, erzählt Sintic. Daher griffen sie zu einem unorthodoxen Rettungsmittel: Sie holten das Abschleppseil aus dem Wagen, banden es dem Mann um die Brust und sicherten ihn bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Wasserrettung. Sie zogen ihn ans sichere Ufer. Unterkühlt und mit einer Kopfverletzung kam das Opfer in die Klinik - wurde aber wieder entlassen.

Roman Zamani schaffte es selbst aus dem Inn. Der Retter - ein ehemaliger Flüchtling, der gerade eine Lehre zum Elektriker macht - blieb unverletzt. Auf das „Konto“ von Einsatzleiter Michael Sintic geht übrigens noch eine Lebensrettung: 2017 holte er ohne Atemschutz eine Frau aus einer verqualmten Wohnung. Auch damals war Alexander Reister sein Partner.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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