20.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Der Zauberstab bei den Pensionen

Wenn alle nach den neuesten Chats Ausschau halten, dann feiern manche Politiker fröhlich Kirtag. Bei Sachthemen nämlich, wo es um ungeheuer viel Geld geht. Aber was ist schon eine Milliarde gegen einen „Oasch“, sprich Partei„freund“, im Chat?

Bei solchen Beschimpfungen zählt jede Feinheit - nicht jedoch, wenn es sich in der Politik um richtungsweisende Regelungen dreht. Etwa bei den Pensionen. Dieses Thema gilt in der Politik als „heiße Kartoffel“, da kann man sich total verbrennen.

Worum geht es? Österreich hat im internationalen Vergleich ein ordentliches Pensionssystem. Jedem Empfänger sei jeder Euro von Herzen gegönnt, allein: Wenn man berechnet, was das System in Zukunft kosten wird, kommt man drauf, dass sich das nicht ewig ausgehen wird. Warum? Schon jetzt schießt der Staat zu den ASVG-Pensionen 10,6 Milliarden Euro zu, bei den Beamten steigt der Zuschuss auf zwölf Milliarden an. Im Klartext: 21 Prozent des Budgets fließen nur in die Alterssicherung.

Das Problem liegt in der Zukunft: Wir gehen noch immer so früh in Pension wie vor 50 Jahren, obwohl die Lebenserwartung um über zehn Jahre gestiegen ist. Immer weniger Arbeitende müssen für immer mehr Pensionisten zahlen.

Diese Rechnung wird verdrängt: Aus den Augen, aus dem Sinn! Und vor der nächsten Wahl kommt der große Zauberstab, der bei den Pensionen (scheinbar) alles möglich macht ...

Georg Wailand
Georg Wailand
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