18.10.2021 14:23 |

Nach Sommersaison

Kärntens Schutzhütten werden winterfest gemacht!

Matteo Bachmann schließt die Tür der Stüdlhütte in 2801 Metern Seehöhe. Vier Monate haben er und sein Team durchgearbeitet; Hunderte Bergsteiger auf dem Weg zum Glockner versorgt. Jetzt naht der Winter und auf dem Berg kehrt langsam wieder Ruhe ein.

Nach 120 arbeitsintensiven Tagen - die oft von frühmorgens bis spätnachts dauerten - ist die Sommersaison in der Stüdlhütte zu Ende. „Die Hütte ist geschlossen“, lächelt Hüttenwirt Matteo Bachmann.

Hunderte Wanderer haben Matteo und sein zehnköpfiges Team mitten im Hochgebirge oberhalb von Kals (Osttirol) heuer kulinarisch verwöhnt und auch vielen Bergsteigern auf dem Weg zum Großglockner ein Quartier geboten.

Höchster Gipfel Österreichs
Matteo selbst hat es heuer aber nicht hinauf auf den höchsten Gipfel Österreichs geschafft. „Fürs Berggehen haben wir in der Saison einfach keine Zeit“, so der Hüttenwirt. Und das gilt auch für seine Mitarbeiter: „Das Einzige, das du von der Bergwelt bei uns siehst, ist, wenn du beim Abwaschen durch das Fenster hinaus schaust. Deshalb brauche ich als Mitarbeiter auch keine Wanderer, Naturverbundene oder Bergsteiger, sondern nur Arbeiter, die bereit sind, alles zu geben, um unsere Gäste bestmöglich zu umsorgen.“

Bergromantik sucht man also vergeblich, denn die Stüdlhütte in 2801 Meter Höhe ist nicht nur für Bergsteiger eine Fixstation auf dem Weg zum Großglockner, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel. Matteo: „An Spitzentagen servieren wir bis zu 500 Mittagessen!“ Denn die Stüdlhütte ist bekannt für ihre erstklassige Küche.

Ruhe auf dem Berg
Doch jetzt, Mitte Oktober, kehrt wieder Ruhe auf dem Berg ein; der erste Schnee hat schon die Felsen angezuckert. Nur noch Matteo und sein Kernteam, also Jan, Lidia und Mascha, sind oben. „Es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns, denn bevor wir absteigen, muss alles von oben bis unten durchgeputzt werden“, so der Lienzer. Und die Stüdlhütte ist richtig groß. 122 Schlafplätze finden sich hier aufgeteilt auf sieben Matratzenlager.

Die Bettlaken gilt es von den Matratzen abzuziehen und mit den Decken zusammen in Säcke zu stopfen, um diese mit der Materialseilbahn zur Reinigung ins Tal zu transportieren. Unterdessen wischt Lidia in der Küche den Boden auf. „Ich liebe das Arbeiten hier . Es war meine dritte Saison - und ich freue mich schon auf den kommenden Sommer“, so die 26-Jährige aus Stuttgart zur „Bergkrone“.

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Ich liebe das Arbeiten hier. Es war meine dritte Saison - und ich freue mich schon auf den kommenden Sommer

Lidia aus Stuttgart

Jeder packt hier an. Nur bei der Entleerung der Kläranlage, da müssen Jan und Matteo selbst ran. Denn nach der abgeschlossenen biologischen Klärung gilt es, den Klärschlamm in die großen 1000 Kilogramm fassenden Big Bags zu lagern, die alle zwei Jahre mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen werden.

Vier Monate harte Arbeit
Matteo selbst zählt schon die Stunden, bis er endlich wieder heim nach Lienz zu seiner Frau Veronika und Töchterchen Martha (2) kann: „Nach vier Monaten, in denen mein Team und ich auf engsten Raum zusammen arbeiteten und lebten, will man zuerst einmal Ruhe haben und die Zeit mit Frau und Tochter nachholen.“ Für die 22-jährige Mascha aus Köln war es die erste Saison auf einer Hütte: „Es war anstrengend, abwechslungsreich, aber auch toll. Auch ich freue mich schon aufs nächste Jahr.“ Die gelernte Konditorin war übrigens nicht nur für die köstlichen Süßspeisen verantwortlich.

Skitouren
Das Team der Stüdlhütte hat inzwischen abgepackt - zumindest für den Hochwinter, denn bereits im kommenden März will Matteo seine Hütte wieder für Skitourengeher und Skibergsteiger öffnen, die im Frühjahr mit Tourenskiern hinauf auf den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner, wollen.

Bis dahin, Berg Heil!

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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