17.10.2021 10:55 |

Mehr saubere Energie

Verkehr und Wärme sind die Klima-Sorgenkinder

Der Klimaschutz braucht viele Maßnahmen. Kärnten ist weit vorne, vor allem beim Strom. Doch jetzt geht es um Effizienz, aber auch den Ausbau bei Wasserkraft, Photovoltaik UND Wind.

Der Auftrag, klimaneutral zu werden, ist ein großes Ziel. Aber ist er auch lösbar?

Wind spielt noch keine Rolle
65 Prozent der Energie, die Österreich braucht, werden derzeit fossil hergestellt; also aus Öl und Gas. Kärnten allein steht da vergleichsweise toll da. Bei uns sind es „nur“ 48 Prozent. Vor allem bei der Stromerzeugung stammt in unserem Bundesland mittlerweile die gesamte verbrauchte Energie aus Erneuerbaren, also Wasserkraft und Photovoltaik; Wind spielt bei uns hingegen (noch) keine wesentliche Rolle.

„Waldvorrat nicht unendlich“
Doch Kärnten ist erstens nicht allein und zweitens ist auch hier bei Wärme und vor allem Verkehr noch viel nötig. „Das Einzige, was heute da überhaupt möglich ist, ist die Elektrifizierung“, umreißt Kelag-Vorstand Danny Güthlein die Aufgaben des Kärntner Stromversorgers: „Irgendwann wird es noch andere Optionen geben, also Wasserstoff und Brennstoffzelle. Aber aktuell ist die einzige Chance Strom.“ Und Biomasse? Güthlein: „Da muss man aber im Hinterkopf behalten, dass unser Waldvorrat nicht unendlich ist. Da geht nur noch ein bisschen was.“

Wärmepumpen statt Öl
Also was tun? „Effizienz, Effizienz, Effizienz“, predigt Güthlein. Und nennt die Wärmepumpe mit ihrem „Faktor 1 zu 4“: „Wenn ich heute 100.000 Kilowattstunden Wärme aus Öl erzeuge und ich baue auf Wärmepumpe um, dann kann ich mit zusätzlicher Wärmesanierung mit einem Einsatz von nur noch 25.000 Kilowattstunden die gleiche Raumwärme erzielen.“

Es braucht mehr sauberen Strom
Doch das macht mehr Stromproduktion nötig. Der Regierungsplan rechnet für ganz Österreich bis 2030 mit 27 Terawattstunden; wobei derzeit aber noch 200 Terawattstunden fossil sind. „Es braucht ein gigantisches Wachstum an installierten Leistungen“, sagt Güthlein: „Bei Windkraft, Photovoltaik und – wo es noch geht – beim Wasser. Und ganz wichtig: Es geht nicht um entweder – oder, sondern um sowohl als auch. PV und Wind sind etwa gute Gegenspieler.“

Hannes Mösslacher
Hannes Mösslacher
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