Weisungsverbot

Noch-Stadtchef in Causa Energie Ried entmachtet

Der mühevollen Aufarbeitung des Betrugsskandals nicht genug, mussten die Bosse der Energie Ried zuletzt auch mit Störfeuern des am Abstellgleis stehenden Bürgermeisters Albert Ortig kämpfen. Mit demonstrativer Geschlossenheit wiesen die Gemeinderäte Ortig an, jegliche Weisungen einzustellen. Er stimmte nun zu.

Albert Ortig (ÖVP) ist bis 18. November noch Bürgermeister in Ried und damit als Eigentümervertreter die Ein-Personen-Generalversammlung des städtischen Energieversorgers Energie Ried. Zu sagen hat Ortig nun aber nichts mehr. Bei der vom Aufsichtsrat einberufenen Sitzung mit der Generalversammlung tauchten zu Ortigs Überraschung nicht nur die Aufsichtsräte auf. Auch die Spitzen der Gemeinderatsparteien kamen. Mit ihm Gepäck hatten sie Vollmachten ihrer Gemeinderatskollegen für eine „Entmachtung“ Ortigs.

Sichtlich beeindruckt gab der Langzeit-Stadtchef klein bei und ließ zu Protokoll geben, dass er keine Weisungen mehr an die Geschäftsführung erteilen wird. Zuletzt hatte Ortig noch verzweifelt versucht, die zwei Bosse abzuberufen. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Gegenüber Medien schweigt Ortig seit Wochen.

Schaden von mindestens 5,6 Millionen Euro
Nun hofft man im durch die Betrugsaffäre arg gebeutelten Unternehmen auf Ruhe - so weit dies neben den laufenden Ermittlungen des Landeskriminalamts möglich ist. Den zwei im Dezember 2020 in den Ruhestand getretenen Geschäftsführern wird schwerer Betrug vorgeworfen. Sie sollen der E-Control bewusst über Jahre falsche Zahlen übermittelt und die Aufsichtsbehörde um mindestens 5,6 Millionen € betrogen haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Montag, 06. Dezember 2021
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