Die OÖ Stiftskonzerte präsentierten ein Wochenende mit Weltklasse-Künstlern in Oberösterreichs schönsten Barockräumen. Das britische Vokal-Quintett Apollo5 in der Kirche von Stift Lambach, im Sommerrefektorium des Stifts St. Florian überraschte ein „Ersatzduo“: Noa Wildschut an der Violine und Elisabeth Brauß am Klavier.
Am Freitag begeisterte das international gefeierte britische A-cappella-Vokalensemble Apollo5 in der barocken Kirche des Stiftes Lambach.
Das Genre-übergreifende Programm von Monteverdi bis Shi-Bomm („Life Could be a Dream“) hielt, was der Titel versprach: Es war „A Day in Paradise“. Der paradiesische Tag erstreckt sich über 400 Jahre vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart in harmonisch spielerischen Klanglandschaften.
Fünf Stimmen klangen wie eine Einzige. Soli entschwebten hinauf ins Kirchengewölbe zu den üppigen Barock-Engerln, die aussehen, als wollten sie vor Vergnügen mitswingen.
Ersatzprogramm übertraf alle Erwartungen
Am nächsten Abend im Stift St. Florian zunächst allseits lange Gesichter. Die Stargeigerin Patricia Kopatchinskaja hatte wegen Krankheit abgesagt.
Zwischen Skepsis und Unmut doch höflichem Begrüßungsapplaus empfing das Publikum die kurzfristig eingesprungenen Künstlerinnen: Violinistin Noa Wildschut und Elisabeth Brauß am Klavier. Schon nach dem ersten Stück, Mozarts Klaviersonate KV 304, brach das zunächst so reservierte Publikum in Jubel aus. „Eine Offenbarung“ bemerkt ein Musikkenner im Publikum.
Noa Wildschut, 24 Jahre, gab schon siebenjährig ihr Debüt im Concertgebouws in Amsterdam, heute tritt sie mit den großen Orchestern auf, begeistert als Solistin mit einer berühmten Geige von Giuseppe Guarneri del Gesù bekannt als „Lady Stretton“. Ihre Dialogpartnerin am Klavier war Elisabeth Brauss, geb. 1995. Sie spielte ebenfalls schon früh als Wunderkind in großen Konzertsälen, heute tourt sie Solo oder mit großen Orchestern von Amerika bis China.
Das Duo überzeugte mit ungewöhnlicher Reife, Selbstsicherheit und emotionaler Tiefe. Es gab viele virtuose Passagen, ein feuriges hochenergetische Finale – laute Bravorufe aus. Nach zwei Stunden mit zwei Zugaben, toste so heftiger Applaus, wie es das ehrwürdige Sommerrefektorium im Stift St. Florian wohl noch nicht oft erlebt hat.
Weitere hochkarätige Konzerte mit Meisterwerken von Klassik bis Moderne in den schönsten klösterlichen Räumen Oberösterreichs bieten die OÖ Stiftskonzerte noch bis 26. Juli
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