Bürgermeister warnt
“Lampedusa steht kurz vor der Explosion”
Die Behörden befürchten weitere Bürgerproteste auf der 5.000-Einwohner-Insel. "Es besteht die Gefahr, dass Lampedusa explodiert", warnte Bürgermeister Dino De Rubeis. Am Sonntag versuchten Bewohner der Insel, Anlegemanöver eines Schiffs zu verhindern. An Bord befand sich Material, um auf der Insel ein Zeltlager zu errichten. Erst am Sonntagabend konnte das Schiff im Hafen anhalten.
Das Flüchtlingswerk UNHCR appellierte an die italienischen Behörden, die Migranten so rasch wie möglich mit Luftbrücken auf das italienische Festland oder nach Sizilien zu bringen. Die Überbelastung des Auffanglagers auf der Insel sei besorgniserregend. "Es ist nicht mehr möglich, allen Migranten ein Dach über dem Kopf zu bieten", sagte die italienische UNHCR-Sprecherin Laura Boldrini.
Italien sucht nach einer Lösung
Italien verhandelt nun mit Tunesien, um Maßnahmen zur Bekämpfung der Massenbewegung nordafrikanischer Flüchtlinge in Richtung Süditalien zu finden. "Wir sind bereit, Personal und Mittel zur Bekämpfung der illegalen Migration zur Verfügung zu stellen", berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni, der am kommenden Mittwoch nach Tunesien reist. "Migranten, die kein Recht auf Asyl haben, werden in ihre Heimat zurückgeschickt", erklärte Maroni am Montag in Rom.
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