29.09.2021 14:03 |

Kampf ums Überleben

„Not in Aleppo viel schlimmer als zu Kriegszeiten“

Die wirtschaftliche Not in Syrien ist groß. In dem von Konflikten geplagten Staat kämpfen die Bewohner jeden Tag ums Überleben. In Aleppo gibt es kaum Wasser und Strom, immer mehr Menschen könnten sich nicht einmal die Grundnahrungsmittel leisten. Die wenigen, die Arbeit haben, können oft nicht von dem Gehalt leben, das oft nicht einmal 30 Euro pro Monat ausmacht.

Die wirtschaftliche Not im nordsyrischen Aleppo ist derzeit „viel schlimmer“ als zu Zeiten des Bürgerkrieges. Dies betont der katholische Geistliche Dani Gaurie in einem Gespräch mit Kathpress in Wien.

27,27 Euro pro Monat zum Leben
Gaurie verwies diesbezüglich auf die massive Entwertung der Landeswährung Lira (Pfund). Während man zu Kriegsbeginn 2011 noch für 47 Syrische Lira einen US-Dollar erhalten habe, müsse man mittlerweile 3.500 Lira zahlen. Wer im Staatsdienst stehe, verdiene monatlich 80.000 Lira (27,27 Euro). Das reiche nicht im Ansatz aus, um eine durchschnittliche Familie zu ernähren. „Dafür braucht man 500.000 bis 600.000 Lira“, sagte der Geistliche. Viele Menschen kämen nur mit Unterstützung von Verwandten im Ausland über die Runden oder seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Strom nur ein paar Stunden am Tag
In der restlichen Zeit sind private Generatoren im Einsatz, doch immer weniger Menschen könnten sich mit Diesel erzeugten Strom leisten. „Es reicht jedenfalls nicht, um einen Kühlschrank, das TV-Gerät und die Waschmaschine zu betreiben und am Abend auch noch Licht zu haben.“ Die Preise für Diesel und Heizöl hätten sich heuer fast verdreifacht, der Brotpreis verdoppelt.

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