Ex-Präsident im Lande

“Held der Armen” wieder in Haiti: Aristide ist zurück

Ausland
18.03.2011 18:14
Nach sieben Jahren im südafrikanischen Exil ist der frühere haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide am Freitag in seine Heimat zurückgekehrt. Aristide landete um 9 Uhr Ortszeit (15 Uhr MEZ) mit einer Privatmaschine auf dem Flughafen der Hauptstadt Port-au-Prince. Der 57-Jährige, der unter den Ärmsten im Land noch immer große Beliebtheit genießt, war im Jahr 2004 aus dem Amt gejagt worden.

Die USA und Frankreich hatten Aristide aufgefordert, nicht vor der am Sonntag stattfindenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl nach Haiti zurückzukehren. Sie fürchten, dass die Rückkehr des Ex-Präsidenten die instabile Lage im Vorfeld der Stichwahl verschärfen könnte.

1983 zum Priester geweiht
Aristide wurde 1953 in bescheidenen Verhältnissen in Port-Salut im Süden Haitis geboren. Er wurde von den Salesianern ausgebildet und 1983 zum Priester geweiht. Schon bald schloss er sich den Verfechtern der Befreiungstheologie an und bekämpfte den Diktator Jean-Claude Duvalier (1971-1986). Er kritisierte auch die Haltung des Vatikans zu Haiti und wurde Ende der 80er-Jahre wegen seiner radikalen Positionen aus dem Orden der Salesianer ausgeschlossen und legte auch das Priesteramt nieder.

Damals gründete er die Bewegung Lavalas, er scharte die Armen um sich und wurde im Dezember 1990 zum Präsidenten Haitis gewählt. Es folgte im September 1991 ein Putsch, Exil in Venezuela und den USA und die triumphale Rückkehr 1994 mit militärischer Unterstützung der USA. Nach fünf Jahren Pause, in denen er das Präsidentenamt seinem zeitweiligen Premierminister René Préval überlassen musste, weil die haitianische Verfassung zwei Amtszeiten nacheinander nicht erlaubt, begann Anfang 2001 Aristides zweite Präsidentschaft.

Rebellion gegen Aristide
Und es begann der Abstieg mit Vorwürfen der Wahlfälschung und zunehmendem Widerstand im ganzen Land gegen Korruption und Misswirtschaft. Bald kam es zu schweren Zusammenstößen, die zu einer regelrechten Rebellion gegen Aristide heranwuchsen. Am 29. Februar 2004 verließ Aristide mit einem US-Flugzeug Haiti. Nach einem Zwischenaufenthalt in der Zentralafrikanischen Republik ging er ins Exil nach Südafrika.

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