„Krone“ fragt vor Wahl

„Was tun Sie gegen das Bauernsterben?“

Vor der oberösterreichischen Landtagswahl am 26. September finden Sie hier Ideen und Konzepte der fünf wichtigsten Parteien rund um die Probleme, die derzeit die Landwirtschaft bewegt - Stichwort Bauernsterben. Bei wem liegt die größte Kompetenz, hier etwas weiterzubringen?

Thomas Stelzer, ÖVP: „Oberösterreich ist ein starkes Agrarland! Ein Erfolg ist, dass wir den Erhalt der EU-Agrarförderungen für unsere Familienbetriebe erreichen konnten. Das gibt der Landwirtschaft Perspektive und Planungssicherheit. Perspektiven zeigen wir für die bäuerliche Landwirtschaft auch auf, indem wir Investitionen und Hofübernahmen fördern, wir das Standbein Energieproduktion forcieren und wir massiv für den Kauf regionaler Produkte werben. Neue Wege wollen wir außerdem dadurch ebnen, dass wir einen neuen Fördertopf für Innovationen im Agrarbereich auflegen.“

Birgit Gerstorfer, SPÖ: „Wir alle leben von der Landwirtschaft und wünschen uns Produkte, die leistbar, qualitativ hochwertig und regional hergestellt sind. Das Tierwohl muss eine große Rolle spielen, ebenso der Einklang mit der Natur. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Die tollen Produkte aus unserem Oberösterreich sollen einen klaren Vorrang genießen - etwa beim Essen in den Kindergärten, den Spitälern und anderen öffentlichen Einrichtungen. So können wir mit gutem Vorbild vorangehen, die heimischen Bäuerinnen und Bauern unterstützen und ein Bauernsterben vermeiden.“

Manfred Haimbuchner, FPÖ: „Die österreichischen Landwirte sind viel zu stark in einem Fördersystem gefangen und sollten wieder freier handeln dürfen. Das derzeitige System macht es ihnen dabei aber alles andere als leicht. Man hat immer mehr den Eindruck, dass es seitens der Europäischen Union ganz bewusst gewollt ist, dass die kleinstrukturierten Bauernhöfe schließen und nur noch die Großbetriebe wirtschaftlich arbeiten können sollen. Die Agrarverantwortlichen in Brüssel handeln hier nach dem Credo „Wachse oder weiche!“ - damit muss aus unserer Sicht endlich Schluss sein.“

Stefan Kaineder, Grüne: „Unsere Landwirtschaft ist kleinstrukturiert, das müssen wir als Chance sehen. Mit den Dumpingpreisen der Agrarindustrie kann und soll sie auch nicht mithalten. Wir müssen auf Qualität setzen statt auf Quantität und Billigware. Ein erfolgreicher Weg kann nur über Bio, Nachhaltigkeit und Regionalität führen - unterstützt durch Konsumenten und Handel. Wir brauchen einen Aktionsplan, damit noch mehr Bauern auf Bio umsteigen, eine neue Förderpolitik, die auf Bio setzt und Supermarktregale, in denen regionale Produkte ganz vorne stehen.“

Felix Eypeltauer, NEOS: „Unser Ziel ist es, dass Landwirte von ihren wichtigen Aufgaben auch in 20, 30 oder 40 Jahren leben können. Wir Neos setzen uns daher für faire Ausgleichszahlungen ein. Wer Leistungen für das Allgemeinwohl erbringt, muss für diese entsprechende Abgeltung von der Öffentlichkeit erhalten. Es braucht eine Neuaufstellung der Agrarförderungen. Wir wollen, dass die Landwirtschaft als Wirtschaftszweig und ihre Landwirte als vollwertige Unternehmer anerkannt werden. Wir wollen die Rahmenbedingungen für bäuerlichen Unternehmergeist schaffen.“

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Zum Beispiel Eier, Äpfel, Brot, regionales Popcorn oder Joghurt kaufen wir regelmäßig im Hofladen ein.

Thomas Stelzer, ÖVP

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Ich wohne im Eferdinger Becken, also kann ich Obst und Gemüse direkt vor Ort beziehen und kaufe gerne bei Bauernmärkten ein.

Birgit Gerstorfer, SPÖ

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Wir kaufen fast nur regional. Manches bekommen wir direkt von meinen Schwiegereltern, die eine Landwirtschaft betreiben.

Manfred Haimbuchner, FPÖ

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Wir kaufen beim örtlichen Bioladen in Dietach und bei meinem Cousin in Kirchschlag ein, der einen Hofladen betreibt.

Stefan Kaineder, Grüne

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Ich bin oft wandern im Mühlviertel und nehme da Grundnahrungsmittel oder Schmankerln von Bauern mit.

Felix Eypeltauer, NEOS

NEOS klares Schlusslicht
Schließlich wollte die „Krone“ wissen, bei wem die Oberösterreicher die größte Kompetenz zur Lösung der Probleme der Landwirtschaft sieht: Die ÖVP hat mit 41 Prozent die Nase klar vorne, dann folgen mit 16 Prozent die Grünen, gefolgt von den Blauen (9 Prozent) und den Roten (7 Prozent), deutlich auf dem letzten Platz finden sich mit 1 Prozent Zustimmung die NEOS. Glatte zehn Prozent der Befragten sehen „eine andere“ oder „keine Partei“ als kompetent an.

Krone Oberösterreich
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Sonntag, 19. September 2021
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