"Es handelt sich um diverse Täuschungsaktionen, die dahin gehen, dass die Tochter des ungarischen Geschäftspartners entführt worden sei und er dafür Lösegeld benötige", erläuterte Ainedter. Der Argumentationslinie des Anwalts folgend habe der Ungar seinen Mandanten somit schon in der Hand gehabt und hätte ihn auffliegen lassen, hätte er das Geld nicht bekommen.
So hätte sich das dann fortgesetzt "mit diversen glaubwürdigen Geschichten" und weiteren Entführungen - auch des ungarischen Geschäftspartners selbst. Dieser sei immer wieder frei gekommen und habe weitere Forderungen direkt an den Ex-Bankangestellten gestellt um frei zu bleiben, so der Anwalt. "Und so hat sich das dann eigentlich vor allem im Jahre 2009 und Ende 2009, Anfang 2010 am Schluss dargestellt."
Übergabeverfahren kann Monate dauern
Laut Staatsanwaltschaft könne das Übergabeverfahren des Ungarn Monate dauern. Sollte sich der mutmaßliche Mittäter mit einer vereinfachten Übergabe einverstanden erklären, könne er schon in zwei, drei Wochen in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt werden. Schöpft er seine Rechtsmöglichkeiten in Ungarn aus, "kann das schon zwei, drei Monate dauern", sagte Staatsanwältin Eva Brenner.
Inhaltlich könne man derzeit nichts sagen. Man müsse "warten, wie das mit dem Übergabeverfahren jetzt geht, wie schnell wir diesen allenfalls Mittäter aus Ungarn bekommen, dann wird man weiter sehen", so die Staatsanwältin.
Ex-Banker weiterhin Hauptverdächtiger
Der Ex-Bankangestellte bleibt "nach derzeitigem Ermittlungsstand der Hauptverdächtige". Die Untersuchungshaft wurde vergangenen Freitag erneut für zwei Monate verlängert. Dagegen wurde allerdings Haftbeschwerde eingelegt, weshalb man nun abwarten müsse, "was das Oberlandesgericht jetzt sagt", erklärte Brenner.
Die Veruntreuungen sollen im Zeitraum von Mai 2008 bis Dezember 2010 stattgefunden haben. Der Verdächtige habe als Kundenberater für Wertpapierkonten gearbeitet. In dieser Funktion habe der Ex-Bankangestellte Kunden zu einem "Beratungsgespräch" gebeten und sich im Zuge dessen Behebungsbelege unterfertigen lassen, hieß es von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Mit diesen Belegen sollen dann große Summen abgebucht worden sein. Auch Kunden-Unterschriften sollen gefälscht worden sein. Aufgedeckt wurden die Malversationen von Bank-Mitarbeitern.
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