"Web-Wetterbericht"

Gratis-Tool warnt vor aktuellen Gefahren im Netz

Web
08.03.2011 13:02
Wo lauern derzeit Schadcodes und gefälschte Seiten, und mit welchen Maschen versuchen Cyberkriminelle im Internet, ahnungslose Nutzer in die Falle zu locken? Antworten auf Fragen wie diese liefert der kostenlose Cybercrime Index von Norton, der am Dienstag in Wien präsentiert wurde. Der "Wetterbericht für das Internet" informiert über die aktuelle Sicherheitslage und macht auf besondere Gefahren im Netz aufmerksam.

Internetnutzer sollen dadurch online "intelligente Entscheidungen" treffen und sich in weiterer Folge eine Menge Ärger ersparen können. Ein Blick auf den im Web abrufbaren sowie als Gadget für den PC herunterladbaren Dienst gibt Aufschluss darüber, ob die Gefahren im Internet im Vergleich zum Vortag gestiegen oder gesunken sind. Binnen 30 Sekunden erhält man einen Überblick über die aktuellen Gefahrenzonen, die gefährlichsten Suchbegriffe des Tages sowie die am meisten infizierten Websites.

Daten von über 130 Millionen Servern aus aller Welt
In seiner einfachsten Form bietet der Cybercrime Index eine prägnante Kennzahl, die die aktuelle Bedrohungslage angibt. Sie basiert auf Daten aus drei Quellen: Die Hauptquelle ist das Symantec Global Intelligence Network, das mehr als 130 Millionen Server weltweit in Hinblick auf neue Bedrohungen und Angriffe auswertet. Das Risikomanagementunternehmen ID Analytics und das Forschungsprojekt der Open Security Foundation, DataLossDB, steuern weitere Daten über Identitätsdiebstahl und Datenverlust bei.

Die gesammelten Rohdaten fließen in einen Algorithmus, der durch das Institut für Cyber Security an der Universität von Texas San Antonio (UTSA) ausgewertet wird. Daraus ergibt sich jeden Tag die Kennzahl im Cybercrime Index, die täglich abends aktualisiert wird. Ein Expertenteam analysiere zudem jeden Tag den Stand der Bedrohungen und stelle entsprechend Empfehlungen und Warnungen zusammen.

Wissen über lauernde Gefahren als Schlüsselkomponente
"Die meisten von uns gehen täglich online, um zu arbeiten, zu spielen, Kontakte zu knüpfen, zu recherchieren und vieles mehr. Das macht uns im Internet zu potentiellen Opfern von Identitätsdiebstahl, sei es durch Phishing oder Schadcode, die beinahe überall lauern. Wir sind überzeugt, dass das Wissen um eine lauernde Gefahr eine Schlüsselkomponente ist", so Adam Palmer, Lead Cyber Security Advisor bei Norton.

Dieses Bewusstsein führe dazu, dass Menschen sich online schlauer verhielten und dadurch einige Risiken für sich selbst schon minimieren könnten. Mit dem Norton Cybercrime Index gebe man den Nutzern ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie schnell und einfach ein Verständnis für die Gefahren entwickeln und dadurch präventive Maßnahmen ergreifen könnten.

Gefälschte Antiviren-Programme derzeit besonders beliebt
Derzeit besonders beliebt sind übrigens gefälschte Antiviren-Programme, die dem User vorgaukeln, dass sein PC infiziert sei, berichtet Norton-Experte Stefan Wesche in Wien. Abhilfe würde nur der Kauf des angebotenen Produkts schaffen. Hat der Ahnungslose dieses teuer per Kreditkarte erstanden, ist er nicht nur sein Geld los, seine Kartennummer landet auch auf dem Schwarzmarkt. Dieselbe Masche wird bei falschen Disk-Utilities angewandt. Und auch Social Networks werden immer wieder gerne dazu genutzt, um User auf manipulierte Websites zu locken.

Dass im Internet sicherheitstechnisch niemals die Sonne scheint, das ist Wesche durchaus bewusst, "aber es ist einmal bewölkt, dann zieht ein Sturm auf und in manchen Gebieten kommt gerade ein Wolkenbruch nieder".

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