Die 17-Jährige soll von dem 31-Jährigen zur Prostitution gezwungen worden sein. Er habe ihr gedroht, ihr Gesicht zu zerschneiden, wenn sie nicht endlich Geld bringe. So lautete zumindest ein Anklagepunkt von Staatsanwältin Tanja Kapper.
"Sie hat bei allem freiwillig mitgemacht"
"Das stimmt nicht", so die beiden 19-jährigen Frauen, die beide als Prostituierte in Kärnten arbeiteten. Das Mädchen habe von sich aus in das Milieu wollen, sie hätte es gar nicht erwarten können, endlich 18 zu werden, damit sie in Österreich Geld verdienen könne. Die beiden Frauen hätten das Mädchen auf ihr Geheiß hin defloriert, damit es nicht "irgendein Freier" macht, so argumentierten die beiden vor dem Schöffensenat mit Richterin Michaela Sanin. "Sie hat bei allem freiwillig mitgemacht", so die Ehefrau (19) des Beschuldigten.
Laut Verteidigung habe die mittlerweile 18-Jährige bei ihren Einvernahmen widersprüchliche Angaben gemacht. "Außerdem hatte sie mit dem 31-Jährigen eine Affäre", sagte ein Zeuge, der extra aus Rumänien anreisen musste.
Für Sanin waren die Aussagen der Zeugen und des Opfers eindeutig. "Es besteht kein Zweifel, dass der Vorfall unter Gewaltanwendung ausgeführt wurde", begründete die Richterin die Urteile. Die beiden Täterinnen seien auch unter Druck des 31-Jährigen gestanden. "Das ist einfach ein menschenverachtendes Vorgehen", so Sanin. Die Verteidigung der beiden Frauen meldete Berufung an, im Fall des 31-Jährigen werden noch weitere Zeugen geladen.
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