24.07.2021 05:30 |

„Krone“-Interview

Astrid Eisenkopf: Viel zu tun für eine starke Frau

Biowende, Fotovoltaikoffensive, Klimaneutralität, Tierwohl und Gewaltschutz für Frauen: Der Sommer ist alles andere als ruhig für Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf.

„Krone“: Wohin soll die Reise des Burgenlandes gehen, wie wird sich das Burgenland in den nächsten Jahren entwickeln? Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin, in Ihr Ressort fallen so ziemlich alle wichtigen Zukunftsthemen. In aller Munde ist ja derzeit der Klimawandel. Wie gut ist das Land unterwegs?
Astrid Eisenkopf: In der Klimafrage ist es bereits fünf nach 12. Das hat man an den jüngsten Unwettern gesehen. Jetzt muss jeder seinen Beitrag leisten. Deshalb haben wir uns das Ziel gesteckt, statt erst 2050 bereits 2030 klimaneutral zu sein. Zusätzliche Förderschienen durch den Bund werden dazu beitragen, das zu erreichen.

Spielt da auch die geplante Fotovoltaikoffensive eine Rolle?
Ja natürlich, das ist ein sehr großes Projekt, bei dem es starke Partner wie die Energie Burgenland braucht.

Dieses Projekt hat aber nicht nur Befürworter im Land?
Natürlich gibt es auch negative Stimmen, dabei ist vor allem die Flächenfotovoltaik in der Kritik. Wir sind ja bereits dabei, die Dächer auszubauen und zu analysieren, wo es geeignete Dächer gibt. Hier ist die Akzeptanz da. Und es gibt eine aktuelle Studie, dass kein Land seine Klimaziele erreichen wird, ohne auf Flächenfotovoltaik zu setzen. Wir haben zunächst einmal nur Flächen definiert, wo Umweltschutz und Naturschutz keine Einwände haben. Das letzte Wort haben aber die Gemeinden.

In Ihr Aufgabengebiet fällt ja auch der Tierschutz. Was gibt es da zu tun im Burgenland?
Hier setzten wir sehr stark auf Bewusstseinsbildung. so haben wir immer den Tierschutzpreis in verschiedenen Kategorien ausgeschrieben, und wir haben eine Kooperation mit dem Verein „Tierschutz macht Schule“. Um schon die Jüngsten ins Boot zu holen.

Einen ähnlichen Weg gehen Sie ja auch in Sachen Bio. Auch hier setzt das Land ja bereits in Schulen und Kindergärten an.
Ja, das ist richtig. Bis Ende 2021 muss das Essen zu 50 Prozent aus biologischen Lebensmitteln bestehen, bis Ende 2024 sogar zu 100 Prozent. Das Gleiche gilt für alle landesnahen Betriebe und das Land selbst. Eine neue Initiative sind auch die Bioberatungen, wo Landwirte ihre Berufskollegen bei der Umstellung auf Bio unterstützen.

Kollidiert nicht manchmal Bio mit Regional?
Das kann sein, aber ich bin der Meinung, dass sich beides nicht ausschließt. Deshalb fördern wir ganz besonders Bio aus dem Burgenland.

Wie kann man da das Problem der Leistbarkeit auch für Einkommensschwache lösen?
Da bieten wir schon jetzt in Kindergarten und Schule eine Förderung an, damit keine Mehrkosten für Familien entstehen. Aber natürlich geht auch das nicht von heute auf morgen.

Kommen wir noch zu einem anderen Thema, dem Gewaltschutz für Frauen. Leider gerade aktueller denn je. Hat sich die Situation für die Frauen während der Pandemie zugespitzt?
Als einziges Bundesland haben wir in jedem Bezirk eine Frauenberatungsstelle, und wir haben auch darauf geachtet, dass wie diese so schnell wie möglich nach dem strengen Lockdown auch wieder für persönliche Beratungen geöffnet haben. Es gab auch eine Zusatzförderung für die Corona-Schutzmaßnahmen. Ein wichtiger Schritt war auch, dass wir das Frauenhaus, das bisher als privater Verein geführt wurde, in eine Landestochter eingegliedert haben. Damit haben wir viel finanziellen Druck herausgenommen. Jetzt liegt der Fokus auf den Beratungen.

Kurzer Abstecher noch zum Thema Doskozil, Rendi-Wagner. Was bedeutet das für Sie? Könnten Sie über Nacht Landeshauptfrau sein?
Ich glaube, es ist nicht die Zeit für Spekulationen. Wir sind immer noch mitten in einer Krise. Außerdem ist zu dem Thema alles gesagt. Die beiden haben sich ausgesprochen. Aber natürlich ist Politik schnelllebig, und man kann nie genau wissen, was morgen ist.

Sabine Oberhauser
Sabine Oberhauser
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